Der TSV 1860 München traft mit seiner ersten Frauenmannschaft am Mittwoch Abend auf den FC Perlach 1925. Dabei konnten sich die Löwinnen vorerst wieder die Tabellenführung sichern. Mit 17:0 wurde das Spiel ein wahres Tor-Festival. Der FC Perlach 1925 hat es in der Kreisklasse der Münchner Frauen nicht wirklich leicht. Aufgestiegen war man vergangene Saison als Spielgemeinschaft mit dem SV Pullach. Die Pullacher Mannschaft entschied dann jedoch die erfolgreiche Zusammenarbeit zu beenden und ging mit dem SV Sentilo-Blumenau zusammen. Blumenau war aus der Kreisliga abgestiegen. Der FC Perlach kämpft sich dennoch durch die Kreisklasse. Mit der Auflösung der Spielgemeinschaft hat man von Anfang an mit Personalproblemen zu kämpfen, verlor man logischerweise von einer auf die andere Saison in etwa die Hälfte des Teams. Dass man gegen die Löwinnen kaum Chancen hatte und das Spiel wohl eher als Lehrstunde hinnehmen muss, das war dem Trainerteam wohl von Anfang an klar. Zwei Spiele hatte Perlach bereits gnadenlos verloren.

Perlach trat dennoch engagiert und vor allem mutig auf. Man wollte sich von Anfang an von der besten Seite zeigen. Und das überdurchschnittlich fair, mit dem Versuch alles spielerisch zu entscheiden. Für die Mannschaft rund um Kapitänin Silke Dehling die Chance, sich endlich mal ebenfalls spielerisch zu entfalten und nicht nur über die körperliche Präsenz zu gehen. Zugute kam dies vor allem Stefanie Stepberger, die ein ausgezeichnetes Spiel ablieferte und immer wieder Druck aufs Tor machte. Anfängliche Schwierigkeiten hatte hingegen zunächst das Löwen-Sturmtalent Sofia Endrizzi. Die 18-jährige bekam einige Chancen, war oft vor dem Tor präsent, traf aber einfach das Tor nicht.

Es war von Anfang an ein schön anzusehendes Spiel. Endlich konnten sich die Löwinnen mal spielerisch entfalten. Ganze 20 Minuten dauerte es, bis Michelle Le Nguyen die Löwinnen von der anfänglichen Torflaute befreite. Sie traf zum 1:0 und in der 27. Minute gleich noch einmal zum 2:0. Dann war Stefanie Stepberger dran. Gleich zwei Mal hintereinander traf sie für die Löwinnen. Nun platzte auch bei Sofia Endrizzi der Knoten. Fünf oder sechs gute Torchancen hatte sie bereits gehabt, kurz vor der Halbzeitpause traf sie schließlich zum 4:0. Und sie machte noch weitere Tore in der zweiten Halbzeit. Kann sie ihr Stärke voll ausfahren und ist mental bei der Sache, ist sie einer der gefährlichsten Löwinnen. Mit 11 Toren in dieser Saison, ist sie aktuell die Torjägerin der Kreisklasse München schlechthin. Trainer Mariano-Frate nutzte ebenfalls die Chance der spielerischen Entfaltung seiner Mannschaft. Er nahm nicht nur mehrere Rückwechsel vor, um möglichst viele Spielerinnen spielen zu lassen, in der Schlussphase der zweiten Halbzeit wechselte er sogar haufig die Positionen. Den Sturm verlagerte er in die Abwehr, die Verteidigerinen durften vorne ran. Das wirkte zunächst für Aussenstehende irritierend, bis dahin stand es allerdings auch schon 15:0.

Zwei weitere Tore fielen dann noch bis zum Endstand von 17:0. Während der letzte Gegner, die DJK Pasing, nach ihrer Niederlage den Löwinnen überwiegend den Handschlag verweigerten, zeigten sich die Perlacher als faire Verliererinnen. Man freut sich auch auf das Rückspiel. Demnächst erwartet die sympathische Mannschaft vom Krehlebogen auch Verstärkung. Wird auch die Begegnung in der Rückrunde so fair, mit vielen spielerischen Szenen, kann man sich nur freuen. Zu hoffen ist allerdings, dass die Löwinnen sich auch in anderen Spielen weiter auf taktisch interessante Spielzüge konzentrieren können, statt immer nur auf übermotivierte “Hauptsache-die-Löwinnen-schlagen”-Mannschaften zu treffen. Profitiert hatte von dieser Methode bislang übrigens nur die SG aus Sentilo Blumenau und Pullach. In der 15 Minuten langen Nachspielzeit hatte die Spielgemeinschaft den Siegtreffer gelandet. Zur Verteidigung des Schiedsrichter ist zu sagen: er hat keine Uhr, sondern bedient sich einem Smartphone um die Zeit im Griff zu haben.

Die Torschützinnen:

1:0 Michelle Le Nguyen

2:0 Michelle Le Nguyen

3:0 Stefanie Stepberger

4:0 Stefanie Stepberger4

5:0 Sofia Endrizzi

6:0 Sofia Endrizzi

7:0 Lorena Dilz

8:0 Eva Herold (Eigentor)

9:0 Sofia Endrizzi

10:0 Julia Schwarz

11:0 Cheyenne Krieger

12:0 Sofia Endrizzi

13:0 Stefanie Stepberger

14:0 Cheyenne Krieger

15:0 Silke Dehling

16:0 Lena Gruber

17:0 Cheyenne Krieger

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
1 Kommentar
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Glaskasten

Leider konnte ich am Mittwoch nicht nach München fahren. Aber ich freue mich sehr, nicht nur über den Sieg, sondern auch über sehr faire Spielerinnen aus Perlach!

Der Frust, den ich in meinem Kommentar zum Spiel gegen die DJK aus Pasing zum Ausdruck gebracht habe, ist nun einem Optimismus gewichen. Hoffentlich schauen sich viele andere Sportlerinnen das Fairplay made by FC Perlach ab.

Ueberhaupt Hut ab, liebe Perlacherinnen: Daß Ihr diese Saison trotz aller Widrigkeiten duchzieht, ist an sich schon aller Ehren wert und zeugt von tiefem Sportsgeist. So eine Einstellung bringt auch den Frauenfußball insgesamt voran!