Zweifelsohne kann man den Fans am Spieltag nicht das Diskutieren verbieten. Sportpolitische Themen sind gerade in aller Munde. Wie so oft in der Vergangenheit dreht es sich meist um Investor Hasan Ismaik. Auslöser war allerdings letzte Woche Gerhard Mey mit seinem Interview in der Süddeutschen Zeitung. Für ein wenig Diskussionsstoff sorgt auch die Äußerung des Präsidenten Robert Reisinger im Hinblick auf den Hoppen-Antrag. Der Verein, das ist unsere Meinung, ging hier taktisch klug vor. Die Optionen des eigenen Handelns wurden sorgfältig von einem externen Unternehmen geprüft und liegt nun dem Verwaltungsrat zur Entscheidung vor.

Ja, die Fans werden auch heute diskutieren. Doch spätestens zum Anpfiff sollte jegliche Sportpolitik verstummen. Freilich, es werden vermutlich Botschaften aus der Westkurve kommen. Aber das darf nicht vom Eigentlichen ablenken. Ab Anpfiff gilt es vor allem eines: Als Fan die Mannschaft zum Sieg zu schreien und für Stimmung zu sorgen. Jedem muss bewusst sein, dass die Mannschaft durchaus spürt, wie sehr die Fans im Spiel sind und mitfiebern. Von unserer Seite wird es heute auch keine sportpolitischen Beiträge geben. Diskussionen in vorhandenen Beiträgen lassen wir allerdings natürlich weiterhin zu. Im Mittelpunkt steht heute in jedem Fall das Spiel gegen den TSV Buchbach.

Aktuelle Störfaktoren

Auch für die Mannschaft wird es wichtig sein, sich voll und ganz auf das Spiel zu konzentrieren. Das ist gar nicht so einfach bei den vielen Störfaktoren. Bei der letzten Pressekonferenz vor dem Spiel am gestrigen Sonntag zeigte sich Daniel Bierofka recht angriffslustig in Richtung Presse. Es geht um 4, 5 mögliche Neuverpflichtungen, die in der Presse erwähnt wurden. “Ihr bringt nur Unruhe in die Mannschaft rein. Ihr müsst ein bisschen mehr Respekt haben vor den Jungs!”, sagt Bierofka klar und deutlich.

“Lasst den sportpolitischen BaLlast vor den Toren des Grünwalder Stadions. Auf dem Feld und auf den Rängen gilt nur, was auf dem Platz geschieht!”

Der wesentliche Faktor: Tunnelblick

Kratzen, kämpfen und beißen müssen die Löwen. Vor allem aber ist eines wichtig: der Tunnelblick. Alles Irrelevante abschalten. Als Soldat hat man mir immer gesagt, ich solle mein Gehirn an der Wache abgeben. Weil ich zu verkopft war. Ein gefährlicher Spruch, der später mit der Einführung der Menschenführung 2000 stark in Kritik geriet. Aber in ihm steckt so viel Wahrheit, wenn man ihn umformuliert. Als Offizier habe ich zu meinen Männern immer gesagt: “Nehmt euer Gehirn mit in den Einsatz, den Ballast von Zuhause lasst allerdings zurück!”. Sowohl für die Mannschaft als auch für die Fans sollte etwas ähnliches gelten: “Lasst den sportpolitischen Ballast vor den Toren des Grünwalder Stadions. Auf dem Feld und auf den Rängen gilt nur, was auf dem Platz geschieht!”

Der Tunnelblick funktioniert perfekt. Für einen Sprinter ist er durchaus leichter durchzuführen. Er wird Eins mit sich und der Bahn. Für wenige Sekunden. Denn ein 100-Meter-Lauf ist schnell vorbei. Ein Spiel dauert jedoch 90 Minuten. In der Regel zeigt das Gehirn nach 20 Minuten bereits erste Ermüdungserscheinungen bei hoher Konzentration. Wir kennen das alle auch aus der Schule. Deshalb gilt es ab dann sich immer wieder ins Gedächnis zu rufen, um was es geht. Vielleicht für die Fans ein wichtiger Hinweis, gerade ab der 20. Minute so richtig einzuheizen.

Alle Infos zum Spiel: Liveticker – Seite

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