Der Obergiesinger Löwen-Fanclub Hohenschwangauer Hof e. V. tritt aus der ARGE aus. Für den Vorsitzenden Christian Poschet ein schwerer Schritt. Er war der ARGE über Jahre lang treu und hat viel im Dachverband mitgearbeitet. Man kennt ihn auch als Vorsitzender der Region 1. Der Obergiesinger Fanclub hatte durchaus auch eine bedeutende Rolle in der ARGE. So gewann man den ARGE-Cup sowohl 2015 als auch 2017. Der Fanclub prägt zudem auch einen Teil der Obergiesinger Fankultur. Und das wird auch zukünftig so sein. Allerdings außerhalb des Dachverbandes. Weil man den Kurs der ARGE nicht mehr mittragen möchte.

Poschet war über das klare Abstimmungsergebnis fast schon schockiert. Ganze 100 Prozent, die abgestimmt haben, sind für einen Ausstieg eingetreten. “Das hatte ich nicht erwartet”, gesteht er. Die Entscheidung ist jedoch nun gefallen und der Vorstand des Fanclubs wird nun den Willen seiner Mitglieder in die Tat umsetzen.

Stellungnahme von Vorstand Christian Poschet

Ich habe diese Angelegenheit jetzt sehr lange vor mir hergeschoben. Seit 2 Tagen hatten unsere Mitglieder aber jetzt die Möglichkeit, über den Austritt aus der ARGE abzustimmen.
Die Abstimmung fiel sehr eindeutig aus.

Eigentlich wollte ich die Umfrage in den Regionen abwarten, aber die wird es ja wohl nicht mehr geben. Ich bin klar gegen eine Einmischung der ARGE in vereinspolitische Angelegenheiten. Politik ist die Sache der Mitglieder und nicht einer Fanvereinigung wie die ARGE. Dies war auch einer der Hauptgründe, warum ich als Vorstandsmitglied und als Regionssprecher (Region 1 – München) zurückgetreten bin.

Natürlich bedanke ich mich bei Jutta und Gerhard Schnell für die Möglichkeit, dass wir das ARGE-Turnier mehrmals ausrichten durften. Das war schon wirklich eine tolle Sache und machte uns als Fanclub richtig stolz. Bedanken möchte ich mich auch dafür, dass sie unsere Veranstaltungen sehr oft besucht haben.

Ich werde in den letzten Wochen von einigen Leuten als „Feind der ARGE“ bezeichnet. Wenn man jemanden als „Feind der ARGE“ bezeichnet, der sich auf die wahren Aufgaben (die Fanarbeit) der ARGE beruft, dann mag das wohl stimmen.

Mich persönlich macht dieser Schritt sehr traurig, da ich die ARGE immer als eine der wichtigsten Gruppierungen der Löwen gesehen habe.

Löwengruß und ELIL

Christian Poschet
Erster Vorstand
Löwen-Fanclub Hohenschwangauer Hof e. V. (ARGE-Nr. 788)

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hheinz

Ich bin prinzipiell nicht der Meinung dass die ARGE per se unpolitisch sein muss. Eine Fanvereinigung hat berechtigte Interessen und die sollte sie auch vertreten dürfen. Ich würde es bedauern wenn ehrenamtlich Engagierte als Belohnung quasi einen Maulkorb verpasst bekommen würden.

Allerdings ist eine einseitige Positionierung einem Investor gegenüber zumindest problematisch und oft schaut es von außen so aus als würde der ARGE Vorstand seine Positionen in kleiner Runde ausklüngeln. Die ARGE könnte sich meiner Meinung nach mehr bemühen auch andere Stimmen zu Wort kommen zu lassen.

Veranstaltungen zu organieren, Kontakt zu seinen Mitgliedern halten, Informieren und auch das Vereinsleben an sich sind nicht gerade Stärken des e.V. Wenn man sich doch mal trifft gibt es quasi immer jemanden der jammert wie teuer das wieder alles ist und der Rahmen ist auch oft viel zu groß.

Wenn man die Fanbetreeuung in den e.V. verlagert dann wagt man daher auch ein Experiment dessen Ausgang für mich offen ist. Und die ARGE hat auch ohne Zweifel Stärken, z.B. einen passablen Onlineauftritt und eine, im ehrenamtlichen Rahmen, sehr hohe Präsenz in den Fanclubs, gerade in der Region, und auch eine regelmäßige Kommunikation, zumindest in die obere Fanclubebene hinunter.

Es wird allgemein schwieriger Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern. Dabei denke ich nicht unbedingt an Verwaltungsräte im e.V., denn da scheint die Sonne besonders stark (oder man bildet sich das zumindest ein), sondern an die viele Arbeit welche im Hintergrund erledigt werden muss. Das ist es prinzipiell schade um jeden den man verliert.

Den Austritt der Löwen-Fanclub Hohenschwangauer Hof e.V. bedaure ich daher da er die ARGE schwächt ohne dass es bereits eine funktionierende Alternative gäbe. Zumindest Gerhard Schnell hat ja bereits angedeutet dass er vermutlich gar nicht weitermachen möchte.

chobber

Guter Bericht.
Es ist bekannt, dass Gerhard Schnell und 3 oder 4 weitere aus dem Vorstand bei den bevorstehenden Neuwahlen nicht mehr antreten. Das wäre doch die Gelegenheit mit einem neuen Vorstand alles anders zu machen und der Arge ein neues Gesicht zu geben. Ob das dann der Arge gut tut, wird man sehen und ob
und wer gewählt wird, wird man auch sehen.
Wenn man schon so kritisiert wie z.b. der Landshuter (ist jetzt nicht persönlich gemeint), sollte man den Mut haben sich zur Wahl stellen und ein Amt übernehmen.
Jetzt haben alle Kritiker DIE Chance !!!

Landshuter_Loewe

Prinzipiell bin ich hier sogar Deine Meinung. Ich bewundere auch die, die die Zeit und die finanziellen Mittel und sonst keine Verpflichtungen haben, so einen Job bzw. Ehrenamt auszuüben, egal in welchem Bereich. Ich bin auch froh und dankbar, dass es solche Menschen gibt. Es gibt allerdings Leute, dazu zähle ich, die noch voll im Berufsleben stehen (und nicht immer eine 40 Stundenwoche haben), die finanziell (aus welchen Gründen auch immer) nicht so gut dastehen und auch familiäre Verpflichtungen haben und eventuell sogar krank sind. Und es soll sogar Menschen geben, denen die Familie genauso wichtig oder wichtiger wie 60 ist (bei mir würde sich nie die Frage stellen, 60 oder Ehefrau 😉 ).

Wenn ich mal in dem Alter bin, dass die Arbeit nicht mehr so wichtig ist und die Kinder aus dem Haus sind, sieht alles wieder anders aus. Ich denke aber, dann würde ich mich lieber im e.V. engagieren. Bis dahin bin ich mit meiner Arbeit im Fan-Club ausreichend ausgelastet.

ELIL

Frank

chobber

Tja, und die jetzige Arge-Vorstandschaft geht nicht in die Arbeit, haben keine
Familien, keine Kinder, stehen oder standen nie im Berufsleben… und soviel wie ich
vermute, hat sogar jeder noch einen Fanclub. Kritisieren ist kinderleicht, aber selber Hand anlegen und Verantwortung tragen würde bei mir Respekt erzeugen.
Wo ein Wille, da ein Weg.

Landshuter_Loewe

Also, wenn ich mir den aktuellen Vorstand ansehe .. bis auf Andreas Kern würde ich schon meine These bestätigt sehen. Sicher, wo ein Wille da auch wein Weg, aber der Wille fehlt (bei mir) definitiv. Was nicht verboten ist. Dennoch darf man kritisieren, als Denkanstöße ist das immer geeignet. Nur sollten diese auch aufgenommen werden.

Landshuter_Loewe

“Ich bin prinzipiell nicht der Meinung dass die ARGE per se unpolitisch sein muss.”

Jain, die Vereinspolitik muss durch die Mitglieder verfolgen. Und die sind in der ARGE deutlich in der Minderheit.

Von daher darf es keinen Einfluss auf die Vereinspolitik durch die Hintertür geben.

Das ist nicht die Aufgabe der ARGE.

buergermeister

Der Vereinspolitik muss durch die von den Mitgliedern gewählten Personen ausgeführt werden in erster Linie. Nicht durch die Mitglieder.

Landshuter_Loewe

Die gewählten erhalten allerdings von den Mitgliedern de Aufrag. Und somit wird durch die Wahl (sofern Alternativen zur Verfügung stehen) die Politik bestimmt. Es wird nur der gewählt, dessen Politik / Vorstellungen mit denen der Mehrheit der Mitglieder zusammenpasst.

Was die dann aus dem Auftrag machen steht auf einem anderen Blatt.

blaublut

Auch wenn ich in keinem Fanclub Mitglied bin: ich bin total dankbar für diese Signale, die von den Austritten der Fanclubs ausgehen. Man merkt auch hier, dass der Schritt nicht leicht gefallen ist. Aber die ARGE hat sich auf Abwege begeben. Es ist eben so, dass Vereinspolitik Sache der Mitglieder (auch der anderen Abteilungen) ist und NICHT der ARGE. Da spielen sich aktuell einige zum Schaden von Sechzig in den Vordergrund. Ich hoffe, dass noch viele Fanclubs dem Beispiel folgen.

l-a

Eine Frage wenn hier der Christian Poschet mitliest . Ist eventuell ein neuer fanverband/Organisation in Planung ? mittlerweile gibt es anscheinend doch viele Fanclubs die nicht mehr organisiert sind .

christian-poschet

Dazu darf ich als Mitglied im Wahlausschuss nicht viel sagen. Bei uns gehen die Anträge zur MV ein und werden geprüft, ob sie zugelassen werden können. Ich kann aber sicher sagen, dass dies der Wunsch von vielen Fanclubs ist. Ich persönlich hätte die Fanclub Betreuung lieber bei der ARGE gesehen. Aber nur, wenn sie unpolitisch wäre.

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Landshuter_Loewe

Interessante Idee, ich denke aber, dass die meisten bisher unorganisierte Fanclubs auch weiterhin das so haben wollen.

Landshuter_Loewe

Ob dann die Mallorca Löwen bald folgen?

Landshuter_Loewe

Respekt!