Die Pressekonferenz nach dem Spiel des TSV 1860 gegen Waldhof Mannheim

24

In der ersten Halbzeit “waren wir nicht auf dem Platz” und haben “sicherlich die schlechteste Leistung in der Saison gezeigt”, ärgert sich Michael Köllner in der Pressekonferenz. In der zweiten Halbzeit “haben wir versucht den Wind für uns zu nutzen, und das ist uns, glaube ich, auch gelungen”, so der Cheftrainer der Löwen. Der Anschlußtreffer kam dementsprechend, wobei die Löwen auch vom Torwartfehler Mannheims profitierten. Leider fehlte dann beim Elfmeter “die Kaltschnäuzigkeit”. “Die Enttäuschung ist groß”, so Köllner, “weil wir mit einer solchen ersten Halbzeit gar nicht gerechnet haben”. Jetzt will man sich bis Samstag erholen und dann gegen Magdeburg Punkte holen.

Warum Staude den Elfmeter geschossen hat, so die Frage eines Journalisten. “Staude hat sich den Ball genommen und die Anderen haben es zugelassen”, so die Erklärung von Köllner. “Das war sicherlich nicht so abgesprochen im Vorfeld.” Er habe jedoch Verantwortung gezeigt, so müsse man das auch sehen. Und die anderen Spieler dachten sich: “Der macht sicherlich das Tor. Aber wurden dann eines Besseren belehrt.”

Die Pressekonferenz auf Youtube: Pressekonferenz nach #M60SVW (30.11.2021).

Unser Spielbericht: TSV 1860 München – SV Waldhof Mannheim

Auch interessant: Aufbruch und Abreibung: 1860-Podcast Giesinger Bergfest über begrabene Aufstiegsträume und Geisterspiele

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
24 Kommentare
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

michl60

Ich glaube, dass wir alle die Leistungsfähigkeit unserer Mannschaft überschätzt haben, deshalb ist jetzt die Enttäuschung umso größer. Aber sie sind einfach nicht besser, einige Spieler sind in der 3. Liga überfordert, wozu insbesondere unsere Innenverteidiger zählen. Aber man sollte sich auch Gedanken machen, warum ein Staude den Elfer schießt, obwohl er dafür überhaupt nicht vorgesehen war. Hier entgleitet Köllner die Mannschaft, wenn Staude machen kann was er will. Den Anderen kann man hier nur bedingt einen Vorwurf machen, sollen sie sich am Spielfeld um die Ausführung streiten? Köllner hat gestern einen großen Teil seines Respekts verloren, wohl nicht nur bei mir, sondern auch in der Mannschaft.

cascarino

Eigene Talente hochziehen beinhaltet auch dem einen IV schwächere Phasen zuzugestehen.

anteater

Fand, dass wir letzte Saison sehr deutlich überperformt haben. Die Schwächen, die sich jetzt deutlicher zeigen, waren fast alle schon zu sehen.

alexander-schlegel

Mit dem Wort “überperformt” habe ich so meine Schwierigkeiten. Was soll denn das eigentlich heißen? Saßen letzte Saison alle um das Lagerfeuer und haben da von Köllnerix einen Zaubertrank bekommen? Natürlich haben sie das alle drauf, fußballerisch gesehen, sonst hätten sie das ja nicht zeigen können. Es hakt halt dieses Jahr aus diversen Gründen, aber es sind bestimmt keine geheimnisvollen Kräfte, die da in der neuen Saison wieder verschwunden sind.

anteater

Sie haben eine Leistung erzielt, die nicht ihrem Leistungsvermögen entsprach und zwar eine Leistung die deutlich über dem Vermögen liegt.

“Saßen letzte Saison alle um das Lagerfeuer und haben da von Köllnerix einen Zaubertrank bekommen?”

Etwas mehr Glück, dann hat man einen Lauf und kompensiert mangelnde Fähigkeit auf psychologischer Ebene. Um mal ein Beispiel zu nennen. Das gibt es ja auch umgekehrt. Wenn man drei Mal in Folge in den letzten Minuten den Ausgleich kassiert, dann bangt man im nächsten Spiel in den letzten Minuten, wird unkonzentriert und macht genau die Fehler, die eben zu dem nächsten Ausgleich führen.

“Natürlich haben sie das alle drauf, fußballerisch gesehen, sonst hätten sie das ja nicht zeigen können.”

Im Umkehrschluss hätten sie es ja dann noch immer drauf und zeigen es nicht mehr.

Ich will nicht sagen, dass Fußball jetzt reines Glücksspiel ist, aber wenn x-mal der zweite Ball für einen günstig oder eben ungünstig fällt, das macht einen Unterschied. Wenn man einen Lauf hat, dann geht man noch in einen Zweikampf, den man dann gewinnt, wo man eher zurückzieht, wenn man verunsichert ist.

Bei etlichen unserer Spieler sehe ich in vielerlei Hinsicht deutliche Limitierungen auf spielerischer Ebene. Kann man kompensieren, wenn man durch ein großes Selbstvertrauen nochmal 10 oder so Prozent an Willen abrufen kann.

tomandcherry

Da bin ich mal wieder bei Dir  anteater .

Ich hatte letzte Saison öfter mal den Eindruck, dass wir Spiele für uns entschieden haben, in denen wir nicht per se als “das bessere Team” vom Platz gingen.

Und bereits zum Saisonende, als es erkennbar zum “grande finale in Ingolstadt” ging, waren bei einigen Spielern die Akkus ziemlich leer.

Dazu der mehr als unglückliche Spielverlauf bei den Schanzern, gescheitert in allerletzter Sekunde und “nur” Vierter (was für mich persönlich trotzdem eine tolle Platzierung war), also sozusagen die “Blechmedaille”.

Heuer sehr viele Unentschieden, mit denen man punktemäßig auf der Stelle tritt und nicht die vor der Saison verkündete “Aufstiegsrennen-Euphorie”, stattdessen halt das, was die Mannschaft auch in der vergangenen Saison verkörperte, allerdings mit mehr Glück in entscheidenden Situationen.

Wir sind halt Durchschnitt. Letzte Saison kam diese unglaubliche Serie von 15 (?) ungeschlagenen Spielen in Folge dazu, wofür wir uns im Endeffekt auch nichts kaufen konnten.

Und heuer läuft es noch nicht rund und die Fans werden bereits extrem nervös, weil “der Aufstieg nicht mehr zu schaffen ist”.

Offen gestanden brauch’ ich keinen Aufstieg, wenn uns dann so eine sportliche Diaspora erwartet wie aktuell Ingolstadt in Liga 2 bzw. Fürth in der BuLi.

anteater

Das mit den leeren Akkus ist ein guter Punkt. Mir kam schon der Gedanke, dass Köllner gerade deshalb weniger mit Pressing spielen ließ, weil er hofft, dass dann am Ende noch mehr Körner im Tank sind. Das ist natürlich komplettes Stochern im Nebel meinerseits und nur so ein Gedanke.

Ein subjektiver Eindruck, den ich letzte Saison bekommen und nie objektiv überprüft habe, ist, dass mit dem Ausbleiben der Zuschauer unsere Leistungen besser geworden waren.  Alexander Schlegel erwähnt ja weiter oben im Thread das mit der Leistungsfähigkeit unter Druck. Es wäre zwar bitter, wenn wir bei Sechzig Spieler hätten, die mit Zuschauern nicht so gut zurecht kommen, aber unmöglich ist es nicht.

tomandcherry

Schon wieder Übereinstimmung! 😉

Kann mich Deiner Vermutung nur anschließen, dass es möglicherweise (!) MK’s Plan ist, der Mannschaft durch eine etwas “angepasstere Spielweise” nicht wieder sämtliche Kraftreserven vor der entscheidenden Phase der Saison zu rauben?

Klar, im Endeffekt ist es die Tabelle, die angeblich nicht lügt.

Trotzdem sind so einige Vorwürfe der Kritiker bei näherer Betrachtung gar nicht so belastbar, wie es auf den ersten flüchtigen Blick erscheint.

Alleine die Analyse der angebl. so schwachen Defensive kann doch nicht ernsthaft an den drei Gegentreffern festgemacht werden, die wir am 17. Spieltag dieser gegenüber dem 17. der Vorsaison kassiert haben?

Wären es jetzt zehn oder fünfzehn mehr, dann könnte man das Argument gelten lassen. Aber drei? Ich weiß nicht…

Friedrich Hegel

Anteater, das ist entsetzliche Küchenpsychologie von einem, der viel mehr drauf hat.
Sorry, die Innenverteidigung unter der “Führung” von Salger ist unterirdisch und der Trainer hat sein Charisma seit Austria Wien völlig verströmt. Er wollte weg. Basta. Man hätte ihn gehen lassen sollen. Punkt.
Taktisch sind wir irgendwie ein Versuchslabor, und spielerisch geht es uns wie dem FCN nach dem Aufstieg unter Köllner…
Fazit: Lieber Michi Köllner – es wäre besser, Sie würden einfach nur gehen, lieber Herr Salger: es gibt eine Zeit, wo man erkennen sollte, dass es nie und nimmer mehr reicht!

anteater

Hier liest man öfter, dass der Trainer weg wollte und dass das der Grund für unsere schlechten Leistungen sei. Kann so sein, muss aber überhaupt nicht so sein. Für mich klingt das nach einer einfachen, bequemen Antwort, die nicht wirklich über Küchenpsychologie hinaus geht.

Letzte Saison war Salger mit seiner Übersicht noch ein Stabilitätsgarant und jetzt soll er seine Karriere am Besten beenden? Ich weiß ja nicht.

Ich werde mich jetzt jedenfalls nicht dafür entschuldigen, dass ich schon letzte Saison oft dachte, dass wir mehr Glück als Verstand (bzw. Können) haben.

Psychologie ist übrigens an solchen Stellen in der Tat oft einfacher. Wir sprechen hier ja wohl nicht von Problemen, die tiefenpsychologisch gelöst werden müssen.

tomandcherry

Stimme Dir hier ebenfalls zu.

Letzte Saison lief es überdurchschnittlich positiv und ich teile Deine Meinung, dass mir ebenfalls letzte Saison zu häufig zu viel überdurchschnittlich gut bewertet wurde. Der vierte Platz hat wahrscheinlich etlichen den Eindruck vermittelt, dass es ab sofort immer so weitergehen wird und sportliche Rückschläge per se ausgeschlossen sind?

Auch dass “die Innenverteidigung so unfassbar schlecht” ist, kann doch nicht an drei Gegentoren liegen, die wir aktuell mehr bekommen haben, als zum Vergleichzeitraum der vergangenen Saison?

Um’s zu verdeutlichen: Wäre die Partie gegen Waldhof 1:0 für uns ausgegangen, hätten wir 26 Punkte, 26:19 Tore (und somit die exakt gleiche Anzahl an Gegentoren, wie am 17. Spieltag 2020/21) und dann wäre alles gut?

Also mit “Küchenpsychologie” hat das rein gar nichts zu tun, sondern einfach nur mit dem Auseinandersetzen von Fakten bzw. der Simulation, “Was wäre gewesen, wenn…”.

Die vielen Unentschieden sind ein Manko, das habe ich schon vor Wochen gesagt/geschrieben.

Bei sechs Unentschieden hast Du sechs Punkte geholt. Bei drei Siegen und drei Niederlagen sind’s allerdings schon Neun. Und bei vier Siegen und zwei Niederlagen sind es Zwölf.

Weniger Punkteteilungen, stattdessen mehr “dreckige” Siege und schon geht’s in der Tabelle rasant nach Oben.

anteater

Danke  tomandcherry .

Bin mir ziemlich sicher, dass bei sehr vielen durch das gute Abschneiden in der Vorsaison eine große Erwartungshaltung entstanden ist. Kam ja auch aus den Reihen der Verantwortlichen selbst, was kein Vorwurf sein soll, ist ja durchaus verständlich.

Punktemäßig stehen wir aktuell gar nicht viel schlechter da, als in der Vorsaison. Auch die Leistungen bis in den Dezember (weiter habe ich das jetzt nicht rekapituliert) hinein, die waren auch Licht und Schatten.

Zugegebenermaßen kann ich mich da allerdings nicht an Spiele erinnern, in denen ein Klassenunterschied erkennbar war. Das hatten wir diese Saison gegen Türkgücü und jetzt in der 1. Halbzeit gegen Mannheim. Das Spiel in Osnabrück habe ich nicht gesehen, soll in eine ähnliche Richtung gegangen sein.

tomandcherry

Wobei auch “Klassenunterschiede” gegen Mannschaften wie Waldhof oder Osnabrück keine Schande sind. Die stehen schließlich nicht im Tabellenkeller.

Generell sollten die Kritiker mal die Ausgeglichenheit der 3. Liga akzeptieren. Hier ist es nicht so, dass der Tabellenführer nicht auch mal gegen den Vorletzten verlieren kann.

Da geht’s schnell rauf und genauso schnell kann’s auch wieder runter gehen.

Deshalb – und da sind wir uns glaube ich einig? – müssen wir GEDULD haben.

Diese Eigenschaft ist beim 60 München-Fan traditionell wenig stark ausgeprägt, sollte jedoch das Handeln der aktuell Verantwortlichen maßgeblich beeinflussen.

Noch einen angenehmen Tag!

alexander-schlegel

Sie haben eine Leistung erzielt, die nicht ihrem Leistungsvermögen entsprach und zwar eine Leistung die deutlich über dem Vermögen liegt.

Natürlich entsprach es ihrem Leistungsvermögen, sonst hätten sie es ja gar nicht zeigen können. Außer sie nehmen bestimmte Mittel. Im weiteren Verlauf Deines Posts schreibst Du ja auch eher über Hemmnisse, die dazu führen, dass sie momentan nicht ihre eigentliche Leistung zeigen. So herum kommen wir der Sache viel näher, finde ich. Und da gilt es mal nachzugehen, ob nicht alle im Moment zu viel wollen, weil der Erwartungsdruck zu groß ist. Und wir wissen ja alle, ob Sportler oder Nicht-Sportler, dass wir in Drucksituationen oft nicht frei reagieren können. Es gibt nur ganz wenige Menschen, die gerade unter Druck ihre besten Leistungen zeigen, die meisten verkrampfen eher. Und da kommen wir, so finde ich jedenfalls, der Sache viel näher als jetzt mit Begriffen aus der Aktienwelt, die in meinen Augen das Pferd vom falschen Ende her aufzäumen. Denn es war letztes Jahr nicht zu viel Leistung vorhanden, sondern dieses Jahr kann es sich das Leistungsvermögen nicht richtig entfalten.

anteater

Ich bleibe dabei. Letzte Saison haben wir über unseren Möglichkeiten abgeschlossen.

alexander-schlegel

Ich will jetzt gar nicht groß auf Michael Köllner draufhauen (ist ja immer einfach bei einer ärgerlichen Niederlage), aber zum Thema Elfmeter noch eine kleine Anekdote: Ich habe mir letztens auf YouTube eine Saisonzusammenfassung von den Löwen irgendwann gegen Ende der Neunziger Jahre angeschaut. Da gab es auch ein Spiel, wo die Löwen einen Elfer zugesprochen bekamen. Dabei schnappte sich der ursprünglich vorgesehene Spieler den Ball, vergaß aber, dass der etatmäßig vorgesehene Elfmeterschütze der Mannschaft inzwischen eingewechselt wurde, d. h. er war sogar vorgesehen, aber nur als Nummer 2. Man hatte dann die Kamera auf Lorant gerichtet und sah, wie der fuchsteufelswild ins Spielfeld rein rief, worauf derjenige, der sich den Ball geschnappt hatte den schnell wieder weiter gab. Und der Elfer saß dann.

Natürlich ist mir bewusst, dass es immer wieder Situationen gibt, wo sich ein anderer Spieler den Ball schnappt und zum Elfer antritt. Das bekannteste Beispiel dürfte wohl Paul Breitner gewesen sein, der im WM-Endspiel von 74 auch einfach den Ball nahm und zum Ausgleich einschob. Der Unterschied ist aber, dass jeder in der Mannschaft wusste, wie nervenstark Paul Breitner ist und er war im Unterschied zu Staude absoluter Stammspieler in seiner Elf.

Was ich damit sagen will: in meinen Augen hätte Michael Köllner in den Moment einschreiten müssen. Es ist mir unverständlich, warum er in so einem wichtigen Moment zugeschaut hat, auch eingedenk der Tatsache, dass Steinhart den letzten Elfer verschossen hat und wir einen wirklich sicheren und nervenstarken Schützen mit Mölders in der Mannschaft haben. Ich will jetzt gar nicht auf Staude eindreschen, Elfmeter kann man immer verschießen, aber die Situation zeigt auch, dass die Hierarchie auf dem Platz nicht mehr so gefestigt ist, wie letztes Jahr. Wo war Mölders eigentlich?

Berglöwe

Mölders hat seinen letzten Elfer auch verschossen, auf ebenfalls ganz schwache Art und Weise.

alexander-schlegel

Das war gegen Halle, oder? Das ist ja auch schon wieder eine Zeit her. Natürlich verschießt jeder einmal, aber er hätte gestern antreten müssen. Das war so ein wichtiger Moment, das kann man nicht einem gerade eingewechselten Reservespieler überlassen, auch wenn der sich das in dem Moment zugetraut hat. Und Mölders hat einfach schon extrem viele wichtige Elfer versenkt, denke da nur an Saarbrücken beim Aufstieg.

anteater

Kann ich verstehen, dass der Trainer bei 5:23 aufsteht und dem gegnerischen Trainer a Watschn gibt… 😉 😀

dennis312

Sah man damals schon am Anlauf 🙁

anteater

Völlig anders geschossen. Die Ähnlichkeit des Elfers gestern besteht zu Steinhart gegen Duisburg, zwei Mal. Man muss gar nicht so weit zurückschauen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Last edited 1 Jahr zuvor by anteater
juergen

das hab ich mich beim Kioyo damals auch gefragt…