Der Streit zwischen dem Unternehmer Lars Windhorst und Hertha BSC eskaliert aktuell. Windhorst will nun seine Anteile am Bundesligaverein verkaufen.

Der aktuelle Präsident Kay Bernstein sei “erkennbar an einer vertrauensvollen und seriösen Zusammenarbeit nicht interessiert” so wird Windhorst in einem Statement, dass der Deutschen-Presse-Agentur vorliegt, zitiert. Es gäbe deshalb keine Perspektive mehr. 2019 war Windhorst als Investor beim Bundesligisten eingestiegen. Die Windhorst-Firme Tennor hatte für 224 Millionen Euro 49,9 Prozent der GmbH & Co. KGaA von Hertha BSC erworben. Windhorst will nun verkaufen. Er bietet Hertha an seine Mehrheitsanteile “zum damaligen Kaufpreis zurückzukaufen”.

Laut Medienberichten war der Auslöser für die Eskalation des Streits Recherchen der Financial Times. Windhorst soll eine israelische Wirtschaftsdetektei damit beauftragt haben, den ehemaligen Hertha-Präsidenten Werner Gegenbauer mit einer gezielten Kampagne aus dem Amt zu drängen. Der Investor streitet das ab. Hertha BSC hatte Windhorst zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert.

Interessante Presseberichte zum Thema

Spiegel: Tennor Holding: Lars Windhorst will bei Hertha BSC aussteigen – DER SPIEGEL

Tagesschau: Streit bei Fußballclub: Investor Windhorst bietet Hertha-Anteile an | tagesschau.de

Transfermarkt: Hertha BSC: Investor Lars Windhorst bietet Rückkauf seiner Anteile an | Transfermarkt

t-online: Hertha BSC und Lars Windhorst – ein Missverständnis von Anfang bis Ende (t-online.de)

FAZ: Lars Windhorst bietet Hertha BSC Rückkauf seiner Anteile an (faz.net)

Zeit Online: Fußballbundesliga: Investor Lars Windhorst will bei Hertha BSC aussteigen | ZEIT ONLINE

Financial Times: Lars Windhorst hired corporate spies that targeted football club boss, lawsuit says | Financial Times (ft.com)


Titelbild: (c) S_Kohl via Stockfotos, Fotos, Vektoren, Illustrationen und Videos | Enterprise | Depositphotos

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TF4Y

So ist das halt wenn man sich auf zwielichtige Investoren einlässt und keinerlei Hintergrundrecherchen betreibt Der Löwe kann ein Lied davon singen. Beim Propaganda Blog stürzen die User Beiträge förmlich ab. Hat er es übertrieben ?

florian-berger

Ich bin ein Fußball-Nostalgiker  😅 
Es ist mittlerweile „Normal“ Investoren und Geldgeber im Profisport, generell zu haben, selbst Union hat einen oder der Nachbarverein (spielen in der Landesliga) von meinem Ort  😋 

Man kann natürlich gegen Investoren sein, bin ich Grundsätzlich auch, aber, so fair muss man sein, Hoffenheim oder die ganze Red Bull Reihe zeigen wie es auch anders geht… Nochmal, es ist auch nicht meine Vorstellung von Fußball aber wir sehen gerade nur die richtig schlechten Beispiele wie HI, Kind, Windhorst, Kivran usw.
Da müssen sich schon der DFB die DFL hinterfragen wo das hinführen soll, aber zu allererst die Vereine welche sich solche ins Haus holen. Ist es das wirklich Wert jeden Tag medial ausgeschlachtet zu werden, ein Teil deiner Anhängerschaft eventuell zu verlieren oder eben bis aufs letzte einzelnen Investoren/Geldgebern (von mir aus auch Kreditgeber  😎 ) ausgeliefert zu sein? Denn eines ist auch klar, ein Erfolgsgarant ist das auch nicht!

Letztenendes fragen sich hier ja auch einige ob es nicht besser für uns gewesen wäre damals Pleite zu gehen und heute eventuell „Gesund“, genauso dazustehen wie jetzt…
Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich für diese Möglichkeit keine Chance mehr.

Ich bin mir Sicher das Hertha sich keinen Gefallen mit ihm getan hat…

Kasi

Pleite oder nicht pleite?
Damals war die fanlandschaft auch schon gespalten.

Ich denke, es wäre viel besser gewesen und es hätte sich ein verdammt spannendes Projekt daraus entwickelt.

Jetzt konn i natürlich gscheid daherredn, weil
 im Nachhinein is man immer gscheider!

chemieloewe

Soweit schon ok, was Du schreibst.

Aber: “…Pleite zu gehen und heute eventuell „Gesund“, genauso dazustehen wie jetzt…”
halte ich schon für zu optimistisch u. unzutreffende betrachtet.
Denn, von “gesund” sind wir mit unserer Profifußball-KGaA leider weiterhin Lichtjahre entfernt. “Gesund” neu zu starten war halt die Chance, nach dem Crash 2017 mit einer Insolvenz auf 0 zu stellen u. von unten neu zu beginnen, ohne HI+Megaschuldenlast. Ob das jedoch auch zum Doppelabstieg 2017 real möglich gewesen wäre, kann nur spekuliert werden. Denn, wenn HI damals, wie auch später, eine Insolvenz minimal mit zusätzlichem Kapital/durch Umschuldung…etc. verhindert hätte, wäre es dazu auch damals nicht gekommen. Wir können nur hoffen, dass wir bald irgendwie aus der furchtbaren Zwickmühle mit HI herauskommen.

Bine1860

Ich glaube er meint damals 2011, da wäre es besser gewesen Insolvenz anzumelden.

florian-berger

Ja ganz genau, Sorry nicht gut ausgedrückt…

Mich stört besonders der Ausdruck “er habe uns gerettet”… Sorry aber so schaut einfach keine Rettung aus und vor was hat er uns gerettet??

Bine1860

Ja das sehe ich auch so, zumal damals ja auch noch einige auf Forderungen verzichten mussten, als er eingestiegen ist. Von wegen gerettet

chemieloewe

👍Ah, ja, das wäre 2011 ganz sicher die bessere u. richtige Entscheidung gewesen.

Chacho1860

Respekt, dass ich die Hertha noch mal sympathisch finde hätte ich fast nicht gedacht.

Wenn sie jetzt allerdings Pech haben, verkauft er an noch unseriösere Interessenten. Sehe das genauso wie chemieloewe, Investoren sind in einem Bereich der aus ehrenamtlicher Arbeit aufgebaut wurde einfach fehl am Platz. Wer das nicht kapiert, der kapiert wohl so einiges nicht 😉 und die genannten Erstligaklubs sind der beste Beweis dafür.

Denn so läuft das Geschäft mit dem großen Geld nunmal. Fair, ehrlich und offen ist da schon lange nichts mehr und keine Angst  tsvmarc unser dicker Scheich macht genau das gleiche nur in grün (und vllt etwas diletantischer)

Scheiß auf den Scheich! Freiheit für Sechzig!

Last edited 1 Monat zuvor by Chacho1860
chemieloewe

👍NmM knallhart aber wahr!

tsvmarc

Na, dann kann er doch die Anteile vom Ismaik übernehmen. Zumindest ist er häufiger in GoodoldGermany als unser Märchenonkel und konnektion zum israelischen Geheimdienst hat er wohl ja auch. Da dürften ihm ein paar Nadelstiche nichts ausmachen.
So einer gefällt mir. 😎 

panthera-leo

Andersrum wird ein Schuh daraus.

Hasi kauft, falls er noch Geld hat, Windbeutels Anteile. Dann hat er einen BL- Club, der zu ihm passt.

Seine Beteiligung an Sechzig wiederum verkauft er vorher an einen echten und soliden Investor.

Der investiert dann in Absprache mit den hiesigen Entscheidungsträgern zielgerichtet, dazu bauen wir dann mit ihm ein 30 000 Mann Schmuckkastl knapp außerhalb Münchens und der damische rote Reiter kann uns endgültig kreuzweis…

Shit, bin grad aufgewacht. Schad’.

chemieloewe

Es ist schon bewundernswert u. für mich eine Riesenfreude, was für einen sensationellen Erfolg sehr vernünftig u. klug wirtschaftende Vereine wie der SC Freiburg, der 1. FC Union Berlin o. die SG Eintracht Frankfurt im Gengensatz zu Großinvestorenclubs wie Hertha BSC Berlin, HSV, 1860 München o. Schalke 04 entwickelt haben, die nicht auf große Investoren setzen, sondern auf ein breites Geflecht aus e.V.+Sponsoren+anderen Beteiligungen. Das halte ich für sehr sinnvoll, wertvoll u. erstrebenswert.

_Flin_

Das ist doch ein relativ durchsichtiger Schachzug. Er bietet dem Verein 64,7% für 374 Millionen an. Das wird Hertha nicht eingehen können. Die haben das Geld gar nicht. Das Geld, das er reingesteckt hat, ist schon lange verfrühstückt, und großteils nicht in langfristige Projekte gesteckt (ähnlich wie bei 1860).

Auch auf dem internationalen Markt wird er das nicht bekommen. Das ist ungefähr in der Größenordnung, wie 2021 Ares Management für seine Anteile an Atletico Madrid gezahlt hat. Nun ist Atletico aber ein regelmäßiger Champions League Klub, und nicht ein Abstiegskandidat.

Insofern kann man gespannt sein, wie die Seifenoper weitergeht.

Last edited 1 Monat zuvor by _Flin_
serkan

Früher oder später treffen alle Vereine und Investorenkonstrukte auf ähnliche Probleme. Dazu kommt der Umstand: schwieriges Geld sucht leichte Anlagemöglichkeit. https://www.businessinsider.de/wirtschaft/lars-windhorst-hertha-bsc-investor-tennor-geld-aus-illegalen-geschaeften-d/

Last edited 1 Monat zuvor by Serkan
Kasi

Da frage ich mich wieder reflexartig, wie schauts da bei unserem geheimnisvollen Investor aus?

Wenn er auch im fussballgeschäft mit unserem TSV die allergrößte Pfeife ist, hat er es trotzdem konsequent geschafft, seine finanzgeschichte im dunklen zu halten.

chemieloewe

Da schau her, der Lars Windhorst hat endgültig vom Geldverbrennungsofen Hertha BSC die Schnauze voll. Da hat mal wieder ein Investor keinen Bock mehr auf fortgesetzte sinnlose Geldvernichtung. Der hat wenigstens eingesehen, dass es so nix bringt, gerade auch, weil der Stadtrivale 1. FC Union Berlin Hertha mit einem unvergleichlich viel geringerem Wirtschaftsetat in unbeschreiblich phänomenaler Art u. Weise mehr als überholt u. überrundet hat. Die Nr. 1 in Berlin ist seit einiger Zeit Union Berlin mit derzeit 10 Punkten vor Hertha auf Platz 1 der 1. BL u. Hertha auf Platz 14, 10 Punkte vor Hertha bei gerade erstmal 8 Spielen. Das sagt alles.

Nach http://www.kicker.de hat Windhorst mit seinem Firmen-Consortium Tennor eingesehen, dass das mit immer so weiter nix bringt. Seine für 374 Mio. EUR gekauften 64,7 % Anteile an der Hertha KG-Profifußballfirma möchte er gern verkaufen u. bietet diese Hertha zum Kaufpreis an, zurückzukaufen.

https://www.kicker.de/investor-windhorst-bietet-hertha-rueckkauf-seiner-anteile-an-920092/artikel

Schön wäre es, wenn solche Einsichten u. Erkenntnisse auch bei unserem Investor zur gleichen Schlussfolgerung führen würde, seine Anteile zum Verkauf anzubieten.

Denn, die Parallelen von Hertha BSC Berlin zu 1860 München sind sehr deutlich u. unübersehbar. Z.B. auch, wenn man den nachfolgend angegebenen weiteren Artikel von http://www.kicker.de liest. Da trifft sehr viel auch auf 60 zu.

https://www.kicker.de/windhorst-und-hertha-das-ende-einer-toxischen-beziehung-920141/artikel

Last edited 1 Monat zuvor by Chemieloewe