Gerhard Mayrhofer war von Juli 2013 bis Juni 2015 Präsident des TSV 1860 München. Auf Facebook kann er sich ein Seitenhieb gegen Hasan Ismaik nicht verkneifen.

“Was man natürlich auch wissen muss ist, das Herr Ismaik die Löwen in Zusammenarbeit mit dem FC Bayern gerettet hat und die hatten einen sehr guten finanziellen Grund dafür. Es ging auf jeden Fall nicht um den Erfolg der Löwen”, so Mayrhofer unter den Glückwunschpost des TSV 1860 München.

Mayrhofer wurde im Juli 2013 Präsident des TSV 1860. Er wäre damals der Präsidenten-Kandidat, den sich Hasan Ismaik immer gewünscht habe, meint Journalist Schneider im Podcast 1860 Inside. Sein Versprechen: er möchte gut mit dem Investor zusammenarbeiten. Er stellt den Bau eines eigenen Stadions in Aussicht und setzt sich ein klares Ziel: die Löwen gehören wieder ganz nach oben. Der neue Präsident sucht den Schulterschluss mit Gesellschafter und Kreditgeber Hasan Ismaik. Mayrhofer erinnert sich: “Wir haben alle Schritte mit ihm abgestimmt, viel telefoniert”. Mayrhofer begründet es: “Ich muss den Gesellschafter doch mitnehmen, auch wenn ich 50+1 im Nacken habe.” Mayrhofer will zeigen, dass er es ernst meint. Und feuert gleich mal den Trainer. Und so kommt es, dass Sechzig wieder einen neuen Trainer braucht. Es wird Friedhelm Funkel. Wunschkandidat von Geschäftsführer Robert Schäfer. Und auch Ismaik scheint zufrieden. Auch, wenn er sich damals wohl schon die große Lösung wünschte.

Gerhard Mayrhofer fliegt nach Abu Dhabi. Zum ersten Mal. “Da saß er dann. Wie man sich das halt so vorstellt, wie er da sitzt”, erzählt Mayrhofer gegenüber der SZ. “Im wallend weißen Gewand.” Es sei ein gutes Gespräch gewesen. Natürlich sei es auch um Geld gegangen. Ismaik hätte genügend Geld, er wolle nur, dass man es richtig einsetze.

Als “ersten Akt einer vertrauensvollen Zusammenarbeit” entlässt der Präsident Geschäftsführer Robert Schäfer. Für Ismaik das letzte Relikt aus der Ära Schneider. Mayrhofer ist zu allem bereit, um die Basis mit Ismaik zu verbessern. Hauptsache am Ende steht der Erfolg.

Mayrhofer pokerte von Anfang an, heißt es im Podcast der Süddeutschen Zeitung. Und setzte alles auf den Aufstieg. Und auf seinen vermeintlichen Verbündeten Hasan Ismaik. Deshalb legte sich Präsident Mayrhofer auch mit allen an. Doch dann merkt er plötzlich, so wirklich zuverlässig ist Ismaik nicht. “Der Herr Ismaik hat sich kontinuierlich als relativ destruktiver Teil geoutet.” Auch unter Mayrhofer wird das gleiche Prinzip klar, von dem auch Dieter Schneider erzählt, und es als “Zuckerbrot und Peitsche” betitelte. Mayrhofer spricht sogar von Schikane, wenn es um die Lizenz ging. Ismaik habe ihn um Aufschub gebeten. Der Gesellschafter aus Abu Dhabi habe Mayrhofer sogar gebeten, nach Frankfurt zur DFL zu fahren, um dort um Aufschub zu bitten. “Das hat mich sehr nachdenklich gestimmt.” Außerdem erkennt Mayrhofer, dass Ismaik gar nicht gewillt zu sein scheint, tatsächlich zu investieren. “Es war immer nur soviel, dass wir nicht völlig kaputt gehen. Aber das war keine Investition. Das war nur am Leben erhalten. Es ging nie darum, Sechzig in die Champions League zu bringen. Darum ging es nie. Das war nicht der Plan.”

Titelbild: IMAGO / MIS

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