Vor einigen Tagen kündigten wir eine fanlagerübergreifende Umfrage an. Dabei war es uns wichtig, dass Fan-Vertreter mit unterschiedlichen Ansichten und Aspekten die Umfrage mit gestalten und begleiten. Im Gespräch war deshalb auch Franz Hell, der seit einigen Wochen als Beirat im Vorstand der ARGE sitzt. Hell bat uns heute darum, ihn aus der Planung herauszunehmen. Gerade im Hinblick auf Investor Hasan Ismaik wäre es schwierig die richtigen Fragen zu formulieren und bei der Fragestellung einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ismaik ist sei 2011 Hauptgesellschafter der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, so Hell, und deshalb nicht einfach weg zu diskutieren. Die Frage stelle sich gar nicht. Die ARGE wird ihre eigene Umfrage machen und die bereits formulierten beiden Fragen möglicherweise noch umformulieren oder erweitern um ein Stimmungsbild in der ARGE zu bekommen.

Grundsätzlich ist natürlich klar festzulegen, dass wir ein Stimmungsbild aller Fans einfangen wollten. Das daraus resultierende Ergebnis sollte einen Gesamteindruck der Fans wiedergeben. Entscheidungen im Hinblick zum Beispiel auf die Ausrichtung des TSV München von 1860 e.V. bleiben hiervon ohnehin vollkommen unberührt. Hierfür gibt es die Mitgliederversammlung, das höchste Vereinsorgan im TSV. Auch eine Umfrage der ARGE sollte unserer Meinung nach keinerlei Einfluss auf die Politik des TSV München von 1860 haben. Wer die Fankultur mitprägen will und für die Fanclubs etwas tun möchte, der ist in der ARGE als Funktionär gut aufgehoben. Wer die politischen Geschicke des TSV München von 1860 mitbestimmen möchte, der sollte natürlich Mitglied im e.V. werden.

In der kommenden Woche werden wir mit Pressevertretern sprechen und dann entscheiden, ob wir die Umfrage trotzdem durchführen werden. Interessant wäre sie allemal. Sie soll jedoch keine Gegenumfrage zu einer ARGE-Umfrage werden. Am Ende werden nämlich sonst beide Umfragen ad absurdum geführt. Nach dem Prinzip “ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe”, ein Zitat, das fälschlicherweise Winston Churchill zugeschrieben wird, wird sich dann jeder in den Ergebnissen wiederfinden, die seiner Meinung entsprechen. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Finden wir keinen Weg, eine möglichst repräsentative Umfrage zu gestalten, dann nehmen wir lieber Abstand.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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