Die Löwinnen zu besiegen – das scheint wohl Hauptziel vieler Mannschaften in der Kreisklasse München. Auch der FC Fasanerie-Nord, der durchaus einer der stärkeren Mannschaften in der Frauen-Kreisklasse hat, scheint sich mehr ausgerechnet zu haben. Am Ende gewann der TSV 1860 mit 6:0. Vor allem als gut funktionierende Mannschaft.

Am ersten Spieltag hatten die Löwinnen in einem kampfbetonten und einer dominierenden Stürmerin Sofia Endrizzi ein 4:2 erspielt. Der zweite Spieltag gegen den FC Perlach musste aufgrund Spielermangel des Gegners vorerst schoben werden. Am gestrigen Samstag erwartete der TSV 1860 München dann den FC Fasanerie-Nord. Und einen Gegner der deutlich machte: man will gegen Sechzig gewinnen.

Frühe Führung durch Handelfmeter

Die Löwinnen machten von Anfang an Druck. Vor allem die schnelle Sabrina Greubel, die taktisch sehr präsente Michelle Brey und die körperlich starke Sofia Endrizzi sorgten für eine hochinteressante erste halbe Stunde. Schon nach 7. Minuten gab es dabei für die Löwinnen einen Elfmeter aufgrund eines Handspiels. Sofia, die zwar wie gewohnt dominant auftrat, aber spielerisch einen schlechten Tag erwischte, schoss den Elfer für die Sechzger. Die Torfrau Aline Esker parierte zwar, doch sofort setzten sowohl Sofia als auch Mannschaftskameradin Stefanie Stepberger zum Nachschuss an. Stefanie bekam den Ball perfekt auf den Fuß und verwandelte. Das 1:0 für die Löwinnen.

Der Führungstreffer durch Stefanie Stepberger

Die Bank der Konkurrentinnen aggressiv. Vor allem der Trainer beschwerte sich immer wieder beim jungen Schiedsrichter und warf ihm eine unklare Sprache vor. Doch von der Schnelligkeit und den Zweikämpfen konnten seine Frauen einfach nicht mit den Damen des TSV 1860 München mithalten. Das der Gegner unbequem werden würde, war bereits vor Anpfiff klar. Schon da hatte sich der Trainer über den Schiedsrichter beschwert. Was war geschehen? Der Unparteiische hatte sich für das Anspiel einen Ball geschnappt. Der gehörte allerdings der Mannschaft der Fasanerie-Nord: “Der Gastgeber hat gefälligst den Ball zu stellen. Den sehen wir doch sonst nie wieder”, schimpfte der Trainer.

2:0 durch Sabrina Greubel

Die quirlige Sabrina Greubel erhöhte für die Löwinnen in der 18. Minute zum 2:0. Schon vergangene Saison bewies Sabrina schnelle Reaktionen auf dem Spielfeld. Die aktuelle Mannschaft unter Trainer Mariano Frate scheint für sie wie geschaffen. Auf dem rechten Flügel sorgt sie immer wieder für gefährliche und vor allem schnelle Aktionen.

Sofia Endrizzi hatte hingegen einen schlechten Tag erwischt. Die sonst sehr selbstbewusste Stürmerin verlor einige Zweikämpfe und wurde zunehmend frustrierter. Die Gelbe Karte in der 35. Minute war durchaus gerechtfertigt und die logische Konsequenz ihrer etwas unsauberen Spielweise.

Weiterer Handelfmeter für die Löwinnen

In der 37. Minute pfiff der Schiedsrichter erneut einen Handelfmeter. Die Spielerin des FC Fasanerie-Nord war davon ausgegangen, dass der Ball bereits hinter dem Tor im aus gewesen war. Das war aus neutraler Betrachtung auch tatsächlich richtig, der Schiedsrichter hatte dies jedoch nicht erkannt. Ohnehin schwierig im Amateurfußball ohne Linienrichter. Aber tatsächlich war der Ball bereits im Aus gewesen. Den Elfmeter schoss nun Verteidigerin Lena Gruber. Und verwandelte sicher zum 3:0. Damit ging es in die Halbzeit.

Tore durch Sabrina Greubel und Stefanie Stepberger

Trainer Mariano ließ in der zweiten Halbzeit Stürmerin Sofia Endrizzi erst einmal auf der Bank sitzen. Aufgrund ihrer Gelb-Verwarnung sicherlich die richtige Entscheidung. Doch auch ohne die 1,74m große Angreiferin lieferten die Löwinnen ein ausgezeichnetes Spiel. Sabrina Greubel erzielte in der 54. Minute ihr zweites Tor im Spiel und ihr zweites Tor in der Saison. In der 66. Minute legte Stefanie Stepberger ebenfalls noch einmal nach und nur 3 Minuten nach und es stand 5:0.

Das 5:0 durch Stefanie Stepberger

Gelb-Rote Karte für Sofia

Sofia Endrizzi hatte der Löwentrainer vermutlich in der Halbzeit auch deshalb aus dem Spiel genommen, weil sie bereits in der 35. Minute eine gelbe Karte gesehen hatte. Nach knapp 70. Minuten wechselte er sie wieder ein. Belohnt wurde er mit einem raschen Tor durch Sofia und damit dem 6:0. Doch die junge Spielerin wollte dann im weiteren Spielverlauf doch zu viel und ließ sich zu einem weiteren Foul hinreißen. Der Schiedsrichter zog die Gelbe Karte. Nachdem er von den Spielerinnen des FC Fasanerie darauf aufmerksam gemacht wurde und auf seinen Block schaute, erkannte er, dass er auch die die Rote Karte ziehen musste. Sofia flog damit vom Platz. Ein weiteres Tor fiel dann nicht mehr.

Sofia Endrizzi bekommt Gelb-Rot

Die Löwinnen stehen damit nach 2 Spielen auf dem ersten Platz der Kreisklasse München. Die Ambitionen sollten bereits jetzt klar sein, man will um den Aufstieg mitspielen. Am Sonntag, den 9. Oktober 2022 werden die Löwinnen von der SG Sentilo-Blumenau / Pullach erwartet.

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josef-beppor

Eins verstehe ich nicht, der Trainer wechselt die Sofia wegen einer gelben Karte aus,
soweit so richtig!! Aber kurz vor schluss, bei Stande von 5:0 fuer die Loewinnen, wechselt der Trainer ohne Not, die Sofia wieder ein!!
Prombt bekommt sie die zweite gelbe Karte und somit gelb-rot, und flog vom Platz!!
Was ist da schief gelaufen?? Da hat doch irgendjemand den Durchblick verloren??

Stefan_Kranzberg

Ist Sofia damit auch im nächsten Match gesperrt oder gibt es eine abweichende Regelung?

serkan

Jetzt habt ihr mich getriggert und ich hab beim BFV nachgesehen. Anders als bei Profis, bei denen eine Gelb-Rote Karte eine Sperre von genau einem Spiel nach sich zieht, gilt das im Amateurfußball nicht. Zumindest nicht in Bayern. Gelb-Rot hat Spielausschluss zur Folge, die Spielerin darf im nächsten Spiel aber wieder ran.

serkan

Bei Gelb-Rot gibt es ein Sportgerichtsverfahren? Kenne ich nur bei glatt Rot.

serkan

Hat Gelb-Rot im unteren Amateurbereich überhaupt eine Sperre zur Folge? Glaub nicht. Was mich interessieren würde von Sachverständigen: gibt es einen großen Leistungsunterschied zwischen Frauen A- und Kreisklasse? Bei den Männern ist zwischen C- und B-Klasse sportlich nämlich nicht viel um. Beides vogelwilde Ligen 😉