… und ruft Bayern-Fans zum Boykott des Derbys auf

Mit der Neutralität der Münchner Politiker ist es ja immer so eine Sache. Gerne sympathisiert man mit einer der beiden Vereine und ist entweder ein Roter oder ein Blauer. Mich persönlich hat das eigentlich nie gestört. Auf die eigene politische Außendarstellung sollte es jedoch keine Auswirkung haben. Vor allem die CSU sieht sich gerne als “der” Volksvertreter an. Ein CSUler nimmt nun klar Stellung. Gerhard Mittag. Er ist stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender Josephsplatz in München-Maxvorstadt und Mitglied im dortigen Bezirksauschuss. Er wünscht dem TSV 1860 München die Insolvenz. Und nicht nur das: Er ruft die Bayern-Fans zum Boykott des Derbys auf. In einer Facebook-Gruppe antwortet er auf den Unmut von Bayern-Fans im Hinblick auf die Ticketpreise der Löwen:

Leute, ich verstehe Euch nicht. Ich lebe nach dem Motto, jeder Cent in der Kasse der Kätzchen könnte sie vor dem endgültigen finanziellen Ruin bewahren. Daher bin ich konsequent und gehe nicht dorthin, wenn das Geld zu den Kätzchen fließt. Will jemand von Euch sich vorwerfen lassen, weil er/sie eine Karte gekauft hat, dass es nicht zur endgültigen Insolvenz kommt? Ich will das nicht. (…)

Im weiteren Verlauf seines Kommentars ruft er dazu auf, lieber Kreisliga-Spiele anzuschauen, als zu den “Kätzchen” zu gehen. Ohnehin schon fragwürdig, dass er als Politiker auf einen Beitrag antwortet, in dem “Tod und Hass dem TSV” steht. Für mich absolut unverschämt, wenn ein Münchner Politiker abwertend über die “Kätzchen” spricht. Und in seiner eigenen Chronik auf Facebook schreibt er weiter:

“Und ich stehe dazu, ich will mit keinem Cent daran Schuld sein, dass es nicht zur Insolvenz kommt – wie gesagt ich kenne viele Löwenfans mit denen ich gerne über Fußball diskutiere, die es genauso sehen, sogar einen Eurer größten Fans, der im letzten Jahr Hausverbot bekam, der es immer noch als das kleinste Übel sehen würde. Man redet über Minus 9 Punkte. Und bei den aufgerufenen Preisen kann ich nur sagen, für das Geld kann ich viele Kreisligaspiele sehen und da ist mein Geld besser angelegt.”

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In seinem Titelbild auf Facebook sieht man das Wappen des FC Bayern Münchens. Das mag man tolerieren. Muss man sogar. Es ist seine private Sache. Ob es geschickt ist daneben in seinem Profilbild das CSU-Logo zu nutzen, ist eine andere Sache. Ich persönlich würde das trennen. Aber auch darüber sehe ich hinweg. Dass ein Münchner Politiker zum Boykott der Spiele des TSV 1860 München aufruft, und sogar sich die Insolvenz des Traditionsvereins wünscht, ist mehr als unverschämt. Gerhard Mittag ist im Bezirksausschuss ausgerechnet Internet-Beauftragter sowie Beauftragter für das Bürgerbüro. Alleine die Bezeichnung “Kätzchen” sollte einem Politiker im Hinblick auf seine politische Arbeit in München nicht über die Lippen kommen. Ein politisches No-Go aus meiner Sicht.

Kommentar von Peter Seeböck

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