Gegenüber der tz München äußern sich Hans Vonavka (Vorstand PRO1860) und Meisterlöwe Peter Grosser unterschiedlich zur zukünftigen Ausrichtung der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA.

Jetzt nochmal Geld von Ismaik nehmen

Peter Grosser ist der Meinung, “dass es in der 3. Liga schlicht nicht möglich ist, sich nachhaltig zu konsolidieren”. Es könne deshalb nur eines geben. Daniel Bierofka und Günther Gorenzel brauchen ein Budget, um in der nächsten Saison den Aufstieg ins Auge fassen zu können. Der Vorschlag des Meisterlöwen: “Jetzt nochmal Geld von Ismaik nehmen, basierend auf Genussscheinen oder über einem Verkauf weiterer Anteile. Ob er 60 Prozent der Anteile hat oder 65, spielt keine Rolle. Mit dem frischen Geld gehört die Mannschaft verstärkt und dann volle Kraft voraus!”

Abhängigkeit von Hasan Ismaik nicht noch vergrößern

Hans Vonavka hat großen Respekt vor der konsequenten Haltung von Präsident Robert Reisinger. Er sei kein persönlicher Freund Reisingers, aber man “dürfe die Abhängigkeit von Hasan Ismaik nicht noch vergrößern”. Es könne nicht sein, dass dieser den Verein jedes Mal bis zur letzten Minute zappeln lasse, um irgendwelche Forderungen durchzudrücken. Für Darlehen sehe er aktuell auch gar keine Notwendigkeit. “Die Mannschaft spielt eine vernünftige Rolle in der Dritten Liga, ich wage zu behaupten, dass wir ohne die kreditfinanzierten zusätzlichen Spieler auch nicht viel schlechter dastehen würden.” Insgesamt müsse man effektiver arbeiten. Luftschlösser seien nicht angebracht. “Unter der Maxime des maximalen Erfolgs wurde seit 2000 so ziemlich alles an die Wand gefahren, was ging, seit Ismaik sogar mit erhöhtem Tempo.”

Die beiden Stellungnahmen findet Ihr in vollem Wortlaut hier: https://www.tz.de/sport/1860-muenchen/soll-sich-tsv-1860-muenchen-neu-verschulden-argumente-von-grosser-und-pro1860-sprecher-vonavka-11255600.html

Gerne dürft Ihr hier über den Artikel der tz München diskutieren und Eure Meinung kundtun.

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Hennes

Zusammenfassend eine Klarstellung zu einigem Unsinn, der fast ständig auch hier vorgetragen wird:

1. Ansprüche aus Genussscheinen sind in der Löwen-KGaA ausschließlich gewinnabhängig zu bedienen. Genussscheinkapital ist Eigenkapital gemäß deutschem Bilanzrecht.

2. Die “Verschuldung” der Löwen-KGaA gegenüber dem 60%-Gesellschafter HAM ist keineswegs vergleichbar mit einer durch Darlehen fremder Dritter. Eine Überschuldung stellt somit keine akute wirtschaftliche Gefahr dar. Eine Insolvenz kann durch den Mitgesellschafter 1860 e.V. allein nicht eingeleitet werden.

3. Haching hat den halben Löwen-Etat und ist sportlich erfolgreicher … Die Topspieler in Haching werden durch Sponsoren finanziert und entlasten damit erheblich deren Etat.

4. Gesellschafter HAM entzieht der Löwen-KGaA bis zu rund 1 Mio. EUR p.a. liquiditätsmäßig durch Zinsen und Erträgen aus dem Merchandising … Es sind (gestundete) Darlehenszinsen an HAM nicht ausgezahlt, sondern lediglich verbucht worden. Die Merchandising GmbH ist Bestandteil des Gesamtdeals zum KGaA-Anteilskauf durch HAM. Und nicht unmittelbar der KGaA zuzurechnen.

Bine1860

Pkt. 2 das ist so nicht korrekt. Nicht alle Darlehen sind in Genussscheine umgewandelt.
Und laut Insolvenzrecht ist man insolvent wenn
“Die Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO: Das Unternehmen ist nicht mehr in der Lage, fällige Schulden und Zahlungen zu leisten.

Die drohende Zahlungsunfähigkeit nach § 18 InsO: Das Unternehmen wird zum Zeitpunkt anstehender Fälligkeiten und Schulden voraussichtlich nicht mehr in der Lage sein, diesen fristgerecht nachzukommen. Das Insolvenzverfahren wird daraufhin eröffnet.

Die Überschuldung nach § 19 InsO: Das aktuelle Vermögen des Unternehmens ist geringer als die Verbindlichkeiten. Bei diesem Vergleich sind nicht zwingend bilanzielle Werte heranzuziehen, sondern tatsächliche Werte.

Liegt einer der genannten Gründe für eine Insolvenz vor, hat die Geschäftsführung diese umgehend anzuzeigen. Geschieht dies nicht oder verspätet, droht die Gefahr der Insolvenzverschleppung. Dieses Vergehen wird nach § 15a InsO mit bis zu drei Jahren Haft geahndet.

(Quelle: https://www.microtech.de/erp-wiki/Insolvenz)

Es hat nix mit einem Mitgesellschafter zu tun, Insolvenz muss! angezeigt werden!

” Eine Überschuldung stellt somit keine akute wirtschaftliche Gefahr dar”
eben doch! Solange nicht alle Darlehen in Genussscheine umgewandelt sind, stellt das sehr wohl eine Gefahr dar…..
Weitere Darlehen vergrößern die Gefahr!

Hennes

Naja: Warum sollte der 60% Gesellschafter und fast einzig nennenswerte auch noch finanziell sehr potente Gläubiger “seine” Gesellschaft insolvent gehen lassen?!

Aber diese Fragen sollten in der anstehenden Podiumsdiskussion besonders mit KCB oder/und MF und MS offen diskutiert werden.

baum

Die Aussagen von Herrn Grosser erinnern mich doch irgendwie an den Herrn Cassalette. Quasi nochmal “all-in” gehen und wenn man dann doch den Wagen vollgas an die Wand fährt, entfernt man sich schnellstmöglich so weit von Sechzig wie noch nie. Frei nach dem Motto “nach mir die Sintflut” und außerdem sind eh immer alle anderen Schuld.
Da ist nicht nur dem Havo der jetzige Weg lieber…

Christian Resch

Lasst uns doch endlich wieder den alten Weg gehen wie immer und unsere letztes Tafelsielber verscherbel!

Wenigstens darin sind wir ja Weltmeister. Mei und unser Geld ist es nicht, darum lasst die anderen Zahlen!

Wenn ich leute so Reden höre muss ich zwangweise an Spielsüchtige denken, die bereit sind Haus und Hof zu verzocken.

Beim Fussball hört man das denken auf und sieht den Reallismus nicht mehr. Sag nur 2 Stadien gebaut und keines gehört mehr uns, ganz zu schweigen vom Trainingsgelände. Banken geben uns seit Jahrzenten keine Kredite mehr! Darum hat man ja erst überhaupt einen Intervestor gebraucht. Ich kann doch a nicht immer nur auf pump Leben und nur das ausgeben was ich verdiene. Natürlich kann ich gezielt mal investieren, aber nur wenn ich es verschmerzen kann.

Aber beim Fussball zählen keine Naturgesetzte nicht mehr.

loewen1860

Der Grosser hat eins vergessen, dass 60 auch seinen Fans, egal ob mit oder ohne Mitgliedschaft, gehört. Ohne Anhänger kein Interesse. Dann hilft all das fremde Geld nichts. Ich denke oder hoffe die Mehrheit der Anhänger möchte nicht noch mehr Abhängigkeit von HI. Mir sind bodenständige Spieler welche Löwenblut intus haben lieber, wie ein zusammengekaufter Haufen ohne Kampfgeist. Darum, der Weg von Reisinger! Alles andere wird die Kerbe, die der Große Dicke reiche Mann mit seinem Bezahlmagazin zwischen uns getrieben hat noch tiefer.

Elil

Bluemuckl

Den Weg, der von Herrn Grosser zum wiederholten Male propagiert wird, hat man doch seit vielen vielen Jahren beschritten. Wo er endete, mag dem ein oder anderen eventuell noch im Gedächtnis haften geblieben sein (4).

Die Aussage, dass es egal wäre ob Herr Ismaik nun 60 oder 65 Prozent der Anteile hält, halte ich für fatal. Ich persönlich als Vereinsmitglied möchte auf keinen Fall, dass der eV weitere Anteile an der KGaA verkauft, an wen auch immer. Der Anteilverkauf über 50 Prozent war einer der größten Fehler in der gesamten Vereinsgeschichte.

Diese Hauruck-Mentalität hat uns in letzter Konsequenz in Liga 4 befördert, und die “Schuld” daran tragen viele Protagonisten.

Dass man nun nach Jahrzehnten der Misswirtschaft und Schuldenmacherei endlich einen anderen Weg geht, ist aus meiner Sicht die letzte Chance für den taumelnden Löwen nochmal in die Spur wirtschaftlich nachhaltigen Handelns zu kommen.

Dass dieser Weg eher nicht zu einem Durchmarsch in die Champions League führt, sollte jedem Beobachter klar sein. Aber eine solide wirtschaftliche Basis (die momentan geschaffen wird, bzw. geschaffen werden muss) macht eine nachhaltige Etablierung in den Ligen 2 bis 3 durchaus wahrscheinlich und auch wenn ich mich langfristig durchaus über eine Rückkehr in’s Oberhaus freuen würde, so finde ich, dass es in Liga 2 und 3 mehr als genug attraktive Gegner und Auswärtsfahrten gibt.

Ich persönlich unterstütze als Fan und Mitglied den Weg des aktuellen Präsidiums und kann nur hoffen, dass die Mehrheit der Mitglieder das so oder so ähnlich sieht und nicht mehr auf kurzfristige (und kurz gedachte) Heilsversprechen diverser Einflüsterer hereinfällt.

1860solution

In jedem Fall gut, dass PRO1860 klar Stellung bezieht. Das ist der richtige Weg.

Hennes

Natürlich hat Peter Grosser Recht: Es gibt keine andere Chance – solange 50+1 noch besteht. Weil niemand in so eine ungleiche und unausgeglichene Konstellation mit Verein und Hauptgesellschafter Geld geben will.

“Weitere Kreditaufnahmen bei unserem Mitgesellschafter können kein sinnvolles Finanzierungsinstrument für die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA mehr sein. Das Unternehmen muss sich wirtschaftlich restrukturieren. Die erforderlichen Schritte dafür sind eingeleitet.“ So Robert Reisinger in seiner gestrigen Erklärung. Der offenbar HaVo folgen will.

Genussscheinkapital ist im deutschen Bilanzrecht Eigenkapital. Eine Restrukturierung in Liga 3 im GWS ist bekannt nicht möglich. Welche erforderlichen Schritte sind dazu angeblich eingeleitet? Von einer „weiteren“ Gesundung kann gar keine Rede sein. Vielmehr wird der kaum taugliche Versuch gestartet, das jährliche Defizit ohne Berücksichtigung gestundeter Darlehenszinsen oder gar Darlehensrückzahlungen zu verringern.

Mit einem deutlich verringerten Etat für das Profiteam mit Betreuern kann man realistisch gesehen bestenfalls die Liga halten. Sollte völlig überraschend dennoch ein Aufstieg gelingen, hätte man noch nicht einmal ein dazu taugliches Stadion zur Verfügung. Die Chance eines DFL-gemäßen Ausbaus des GWS wird nicht nur von mir mit unter 3% beurteilt. Nicht zuletzt weil sogar auch noch ein Geldgeber fehlt.

Und weitere Sponsoren und Investoren wird man angesichts des Hick-Hacks zwischen den Gesellschaftern nicht finden können. Alles in allem kann der eingeschlagene Kurs der Vereinsführung zur KGaA nicht erfolgreich sein. Und auch KGaA GF Scharold hatte ja schon zumindest zwischen den Zeilen in seinem Interview mit der SZ vor wenigen Tagen darauf hingewiesen. Er schlug daher vor, zumindest übergangsweise weitere Mittel des Hauptgesellschafters anzunehmen.

da-bianga

Du erwähnst “gestundete Darlehenszinsen”, wenn sie gestundet sind, warum werden dann in der Bilanz fast 700 000 € Zinsen aufgeführt? Da kassiert anscheinend jemand ganz gut ab.

blueberry

Zusammen mit der Merchandise GmbH zieht HAM so 1 Mio pa aus der KGaA ab(!).
Um mit Darlehen und Genussscheinen die Abhängigkeit zu vergrößern.

Wer das nicht erkennen kann, dem ist nicht mehr zu helfen.

Grosser selbst ist eines vonvielen Beispielen, die zeigen, dass gute Fußballer halt genau das sind: gute Fußballer. Nur das eigene Ego befähigt sie zu Höherem.

bluwe

“Der Grosser hat Recht” – echt selten so einen Schmarrn gelesen.
Wo war er denn die vergangen Jahre? Warum hat er kein Amt übernommen, wenn er alles besser weiß?

Sechzig hat sich mit dieser Hire and Fire – Politik auch in der 2. BL nicht konsolidieren können. Haben das viele schon wieder vergessen?
von der ersten Liga ganz zu schweigen (Sechzig war am Schluß hochverschuldet!)! Ach klar konsolidieren geht erst in der CL – Grosser geh in die Seitenstraße aber schnell!

Diese vergangene Politik ist genau der Grund warum Sechzig immer mehr zur grauen Maus und in 2016/17 auch zur großen Lachnummer in ganz Fußballdeutschland geworden ist.
Bodenständigkeit und ein vernünftiger Kurs (ohne HI) hat unser wieder Sympathien gebracht und wir erkennen das wahre Sechzig wieder.

Ich bin erschüttern wie lernkonsistent manche Leute sind und immer wieder den gleichen Fehler machen…

Noch ein Anmerkung:
UHaching hat den halben Etat steht aber sportlich besser da? Liegt wirklich alles nur am Geld und braucht Sechzig deshalb noch Kredite?
Kein anderer Verein verschuldet sich kontinuierlich um sportlich was zu reissen.

1860solution

Lieber Hennes, du glaubst doch wohl nicht, dass die Genussscheine von HAM International ohne Bedingungen kamen? Genussscheine sind dann doch sehr komplex.

weiss-blau

Bei allem Respekt vor Herrn Grosser, aber das hört sich für mich ein wenig nach Pokerspiel an. “Jetzt nochmal Geld von Ismaik nehmen …” Und dann? Wenn es mit dem Aufstieg nicht klappt? Dann noch mal? Also ganz ehrlich, aber das ist für mich Humbug.

1860solution

Was, wenn´s nicht klappt? Dann haben wir es wenigstens versucht? Ne, da ist dann doch auch eine große Verantwortung die dahinter steckt. Der aktuelle Kurs ist der Richtige.

juergen

wie 2017… we go to the top 🙁

banana-joe

Tak Tak Tak

1860solution

JA, so klingt das. Und das ist wirklich traurig.