Am gestrigen Donnerstagabend fand die Wahlveranstaltung, die von der Fanorganisation PRO1860 organisiert wurde, in der Nachtkantine statt. 17 Verwaltungsratskandidaten, darunter auch amtierende Verwaltungsräte, waren der Einladung gefolgt und stellten sich den knapp 100 Mitgliedern des TSV München von 1860 e.V. vor.

Eröffnet wurde die Wahlveranstaltung von Hans Vonavka, dem Vorstandsvorsitzenden von PRO1860 und Herbert Bergmaier, die die Zuschauer und Kandidaten begrüßten. Dabei wurde betont, dass alle VR-Kandidaten zu der Veranstaltung eingeladen wurden, weshalb ursprünglich auch zwei Veranstaltungen geplant waren. Die Absage für das Team Profifußball kam von Klaus Ruhdorfer. Das Team befindet sich auf einer gleichzeitig stattfindenden Veranstaltung im Raum Augsburg. Herr Kirmaier ließ nichts von sich hören. Von ihm gibt es bislang auch kein Interview, sondern lediglich der vom Wahlausschuss geforderte Steckbrief. Peter Kveton erklärte anschließend die Spielregeln der Wahlveranstaltung, durch die er führen sollte. Protokollführerin war Ulla Hoppen.

Nach der offiziellen Begrüßung erklärte Stephanie Dilba, die Vorsitzende des Wahlausschusses beim TSV München von 1860 e.V., die Arbeit des Wahlausschusses sowie die Aufgaben des Verwaltungsrates beim e.V..

Vorstellungsrunde der 12 Verwaltungsratskandidaten

Die Kandidaten traten in alphabetischer Reihenfolge auf und hatten je 3 Minuten Zeit, sich vorzustellen und zu präsentieren. Anschließend durften Fragen an sie gestellt werden. Die amtierenden Verwaltungsräte traten gesondert, in der zweiten Runde, auf.

Der Staatsanwalt Matthias Braumandl durfte als Erster auf die Bühne. Er würde gerne seine juristische Expertise dem Verein zur Verfügung stellen.

Manfred Bischoff liegen die auswärtigen Mitglieder am Herzen, für die er sich einen besseren Informationsaustausch im Verein wünscht.

Der aktuelle Abteilungsleiter des Behindertensports, Oskar Dernitzky, freut sich über jeglichen Erfolg der Profifußballer, steht aber zu 100% zum e.V. und nutzte die Gelegenheit, den vielen Ehrenamtlichen im Verein Tribut zu zollen.

Reinhard Fürstberger meint, dass die Spaltung der Fans der jahrzehntelangen Stadionproblematik geschuldet ist und findet, dass alles daran gesetzt werden muss, in Giesing zu bleiben.

Der Architekt Christian Groß möchte durch seine Erfahrung an kleinen wie großen Bauprojekten und durch seine Kontakte dem Verein beim Thema Stadion weiterhelfen.

Alexander Kolb, der bereits in einem Verwaltungsrat sitzt und damit die nötige Erfahrung mitbringt, hat Lust darauf, dem e.V. unter die Arme zu greifen.

Das Gründungsmitglied von Freunde des Sechz’ger Stadions e.V., Werner Landmann, hält den eingeschlagenen Kurs der Vereinsführung für richtig und möchte diesen weiter unterstützen.

Auch der Stadtrat Gerhard Mayer stellt sich vor. Bislang unterstützte er den TSV 1860 bei der Stadionfrage aus seiner Position in der Stadt heraus und möchte dies auch weiterhin verstärkt tun.

Emotional erklärte Peter Mayr, dass ihn Sechzig Herzblut und Kampf gelehrt hat und er bereit wäre, dies dem Verein zurückzugeben. Er würde sich gerne mit seiner strategischen und finanzwirtschaftlichen Expertise in den VR miteinbringen.

Eva Modlmayr findet, dass es an der Zeit wäre, weg von der Verfeindung der Personen und zurück zur Versachlichung zu kommen. Außerdem sollten Ziele so gesetzt werden, dass sie auch realisiert werden können.

Thomas Schadl meint, dass es nur gemeinsam funktioniert und deshalb miteinander mehr kommuniziert werden muss.

Als letzter Kandidat trat Karl Sochurek auf, der seine berufsbedingten Fähigkeiten wie Mediation nutzen möchte, um die allgemeine Spaltung zu überwinden. Das ist nur eine kurze Zusammenfassung, die natürlich den gesamten dargestellten Inhalten nicht gerecht wird.

Vorstellungsrunde der amtierenden Verwaltungsräte

In der zweiten Vorstellungsrunde traten die amtierenden Verwaltungsräte auf, die über ihre Arbeit und das Erreichte berichten konnten.

Die Stadträtin, Verena Dietl, war es, die den Anfang machte. Sie ist mit der guten Zusammenarbeit zwischen dem Präsidium, dem Vereinsrat und dem Verwaltungsrat sehr zufrieden und ist der Meinung, dass der Verein eine Heimat braucht – nämlich eine Halle. Ein Thema, woran gearbeitet wird und einige Möglichkeiten bereits erarbeitet wurden. Zum Thema Stadion weiß Verena Dietl, die auch im Sportausschuss der Stadt sitzt, dass der TSV sich seine Glaubwürdigkeit zurückgeholt und in den Verhandlungen bezüglich Grünwalder Stadion eine gute Position hat und meint, „bei 15.000 ist nicht Schluss“.

Dr. Markus Drees blickte ebenfalls auf die vergangenen Jahre im Verwaltungsrat zurück. Auf die Frage, warum er sich eine neue Kandidatur antut, obwohl er vieler Verfeindungen ausgesetzt ist, erklärte Drees in seiner entspannten Art, dass diese überwiegend in der virtuellen Welt passieren. Seiner Erfahrung nach ändern die Fans ihre Meinung, wenn man im wahren Leben miteinander spricht und sachlich diskutiert.

Sascha Königsberg ist einer der Nachrücker im Verwaltungsrat. Ihm liegt der Breitensport im e.V. sehr am Herzen und er bedauert, dass dies durch den Profifußball, der immer im Mittelpunkt steht, oft untergeht. Er möchte mehr Möglichkeiten schaffen, dass die Mitglieder in ihrem Verein aktiv Sport betreiben, woran er bereits arbeitet.

Bei seiner Präsentation wurde Sebastian Seeböck emotional. Den oft gehörten Satz „wenn es dem Profifußball gut geht, geht es den Abteilungen im e.V. auch gut“ hält er für falsch und für einen inhaltlichen Offenbarungseid. Der e.V. hätte immer eigenes Vereinsvermögen in den Profifußball gesteckt und sich selbst dadurch gefährdet. Der Verein sollte, nach seiner Meinung, auf stabile Beine gestellt werden und autark bleiben.

Als letztes kam der Rechtsanwalt Nikolai Walch auf die Bühne, der als Verwaltungsrat u.a. mit dem Antrag der Aufkündigung des Kooperationsvertrages von Ulla Hoppen beschäftigt war und der nach der Analyse der externen Prüfung die Empfehlung aussprach, diesen nicht zu kündigen. Am Ende seiner Vorstellung übte er Kritik ihn Richtung Team Profifußball. Sie würden das Gefühl vermitteln, dass sie sich in die Arbeit des Präsidiums einmischen möchten. “Wir brauchen kein zweites Schattenpräsidium”, meint Walch am Ende seiner Vorstellung.

Keine Vorstellungsrunde bei der MV

Um 22:30 Uhr war der Vorstellungs-Teil vorbei. Anschließend fand die Diskussionsrunde statt, bei der über einige Themen diskutiert wurde. Der gesamte Abend verlief friedlich, so dass die Mitglieder und Wähler die Kandidaten kennenlernen durften und auch die Kandidaten selber die Möglichkeiten hatten, sich untereinander auszutauschen. Für alle Mitglieder, die dabei waren, wird es einen Mehrwert gebracht haben. Wie Stephanie Dilba berichtete, wird es bei der Mitgliederversammlung am 22. Juli 2018 zu keiner Vorstellung der Kandidaten kommen. Dies ist den vielen Gremiums-Wahlen und natürlich der hohen Anzahl der Kandidaten geschuldet. Die Wähler werden sich auf die Unterlagen und Steckbriefe stützen müssen.

Einige Kandidaten wurden durch die Interviews im Löwenmagazin bereits  vorgestellt. Weitere Interviews folgen in den nächsten Tagen.

Desweiteren wird das Löwenmagazin auch von der Veranstaltung am 17. Juli 2018 berichten. Dann wird sich das Team Profifußball vorstellen. Das Löwenmagazin hat um 3 Sitzplätze gebeten, bekommt davon allerdings nur einen Platz.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Stefan_Kranzberg

Dann drück ich Euch die Daumen, dass der eine zugesicherte Platz auch innerhalb des Veranstaltungsraumes ist.