Neun Jahre war Roman Beer nun in der Fußball-Abteilungsleitung, davor viele Jahre in anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten rund um den TSV 1860 München. Nun hat er aus privaten Gründen seinen Rücktritt erklärt. Nicht ohne eine schrittweise Übergabe zu ermöglichen, aber dennoch mit der Konsequenz vorerst kein Amt mehr auszuüben.

Es sind bewegte Jahre, die hinter Roman Beer und Thomas Probst liegen. Beer war neun Jahre in der Abteilungsleitung, Probst sogar dreizehn Jahre. Nun haben sie einen, für viele überraschenden, Schlußstrich gezogen. Der Zeitpunkt könnte allerdings nicht besser sein. Beer und Probst haben die Fußballabteilung seit 2017 und dem Doppelabstieg der Profimannschaft kontinuierlich stabilisiert und in den vergangenen zwei Jahren sogar weiter ausgebaut. Im Nachwuchsleistungszentrum läuft es gut, die Nachwuchsmannschaften sind sportlich überwiegend auf Kurs. Mit Frauenfußball konnte sich eine neue Sparte etablieren. Und die Finanzen sind stabil. Es ist der richtige Zeitpunkt.

Private Gründe sind ausschlaggebend

Ausschlaggebend seien private Gründe, so Roman Beer gegenüber dem Löwenmagazin. Der scheidende Abteilungsleiter wurde vor über einem Jahr Vater. Sechs Wochen war er zuletz in Elternzeit. Er hat die Phase zwar genossen, aber sich auch viel mit Sechzig beschäftigen müssen. “Da muss man sich schon fragen, ob es nicht vielleicht mal Zeit ist, den Schwerpunkt zu verlagern”, so Beer. Die Fußballabteilung mache sehr viel Spaß, benötige aber auch viel ehrenamtliches Engagement.

Frischer Wind durch neue Blickwinkel

Und Thomas Probst? “Als ich meinen Kollegen mitgeteilt habe, dass ich mich mit diesem Gedanken beschäftige, da sind wir beide uns plötzlich einig gewesen. Warum nicht den aktuellen Zeitpunkt nutzen, um frischen Wind in die Abteilung zu bringen?”, so Beer. Beide sind sie schon viele Jahre in der Abteilungsleitung. “Da wird man schnell auch betriebsblind”. Neue Leute würden verschiedene Themen vielleicht auch wieder ganz neu anpacken und neu bewerten. So zum Beispiel Kurt Renner, der Kassenwart. “Er ist nun seit knapp zwei Jahren dabei und bringt stets neue Ideen rein”, weiß Beer. Renner wird auch in der Abteilungsleitung bleiben.

Die scheidenden Funktionäre hinterlassen gut funktionierende Abteilung

Auf die neue Fußballabteilungsleitung wartet eine gut funktionierende Abteilung. Der scheidende Abteilungsleiter weiß: “Jede einzelne Sparte ist sehr gut organisiert. Und das Nachwuchsleistungszentrum ebenfalls.” Vor allem Manfred Paula lobt er ausdrücklich. Sein Wert für das Nachwuchsleistungszentrum sei immens. Auch das Engagement der Unternehmer für Sechzig war und ist ein großer Erfolg. Der Fahrdienst für die Junglöwen ist eine enorme Bereicherung.

Baustelle Servicevertrag

Ganz offen spricht der scheidende Abteilungsleiter allerdings von einer etwas größeren Herausforderung. Dabei geht es um die zukünftige Finanzierung des Nachwuchsleistungszentrums. Der Servicevertrag zwischen der KGaA und der Fußballabteilung wurde 2019 gekündigt. Bereits zuvor hatte die KGaA ihre anteiligen Kosten nicht mehr übernommen. Mittlerweile haben sich 800.000 Euro angesammelt, die seitens der KGA an den e.V., beziehungsweise die Fußballabteilung noch zu zahlen sind. Der TSV München von 1860 e.V. übernahm dann ab 2019 den Großteil der Kosten für das Nachwuchsleistungszentrum. “So zum Beispiel für die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums, die Pädagogik oder auch den Koch”, erklärt Beer. In den letzten Jahren war das auch deshalb möglich, weil seitens des DFB Fördergelder fließen. “Und weil wir uns auch sonst in den Einnahmepositionen verbessern konnten”, so Beer. Vor allem viele Neumitglieder hat die Fußballabteilung seit 2017 bekommen. Das Problem: steigt der TSV 1860 München in die 2. Bundesliga auf, dann fallen diese Fördergelder des DFB weg. Seitens der DFL fliessen die Fördergelder stattdessen direkt in die KGaA. Es muss also für die 2. Bundesliga ein neuer Servicevertrag ausgehandelt werden, um den Etat der Fußballabteilung und die hervorragende Nachwuchsarbeit zu sichern. Eine Aufgabe, die der neue Abteilungsleiter dann übernehmen muss.

Titelbild: imago images

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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