Über Werner Lorant kann man viel schreiben, muss man aber nicht. Es gibt keinen Löwen-Fan, der ihn und seine Verdienste nicht kennt. Er ist einer der wenigen Löwen-Trainer, der zur Legende wurde. Neun Jahre Werner Lorant und der TSV 1860 – das ist eine lange ereignisreiche Geschichte. Wir halten uns kurz.

Trainer-Legende Werner Lorant

Werner Lorant
Aufstiegsfeier 1994. (Pressefoto Frinke)

Nachdem die Löwen, nach nur einer Saison in der 2. Bundesliga, mit Karsten Wettberg wieder in die drittklassige Bayernliga abstiegen, wurde am 1. Juli 1992 Lorant vom damaligen neuen Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser verpflichtet. Innerhalb von zwei Jahren führte Lorant die Löwen im Durchmarsch, nach nun 13 Jahren, in die 1. Bundesliga zurück. Im Jahr 1997 erreichte er dort mit den Löwen den 7. Platz, was damals zur Qualifikation für den UEFA-Cup reichte. Da scheiterten sie jedoch in der zweiten Runde an Rapid Wien. Nach weiteren Platzierungen im Mittelfeld erreichte er im Jahr 2000 sogar den vierten Platz, der zur Qualifikation zur Champions League Teilnahme berechtigte. Diesmal scheiterten die Löwen mit 1:2 und 0:1 an Leeds United aus England. Bei der anschließenden Teilnahme am UEFA-Cup schied der TSV 1860 nach einem beachtlichen 2:2 auswärts und mit einer 0:2-Heimniederlage gegen den AC Parma aus Italien aus.

Werner Lorant
(Pressefoto Frinke)

Nach einer 1:5-Niederlage am neunten Spieltag der Saison 2001/02 im Derby gegen den Stadtrivalen FC Bayern kamen schwelende Auseinandersetzungen mit dem Vereinspräsidenten Wildmoser zu ihrem Höhepunkt und Lorant wurde entlassen. Sein Nachfolger wurde der ehemalige österreichische Nationalspieler und frühere Löwen-Spieler Peter Pacult.

Heute wird Werner Lorant 69 Jahre alt und kein bisschen leiser. Wir wünschen ihm alles Gute zum Geburtstag und noch viele Jahre Spaß am Fußball und vor allem gute Gesundheit.

Sprüche des “Werner Beinhart”

Lorant ist unter Anderem für seine, sagen wir mal, leidenschaftliche Art und legendäre Sprüche bekannt… Einige wollen wir Euch nicht vorenthalten.

Lorant beim Amtsantritt 1992: “Ich kenne nur drei große Trainer. Happel und Zebec sind schon tot.”

Lorant über Taktik: “Ich denke den ganzen Tag an Fußball, besonders im Auto fallen mir viele Dinge ein. Aber die Taktik macht mein Sohn. Das ist kein Witz. Der hat einen Lieblingsspieler, und wehe mir, ich stelle den nicht ein.”

Lorant über seinen Führungsstil: “Wenn die Spieler mir nicht zuhören wollen, müssen sie es eben in der Zeitung lesen.”

Auf die Frage, warum Lorant den gefoulten Holger Greilich nicht vom Feld nahm: “Bevor ich einen auswechsle, muss erst das Bein ab sein.”

Lorant über Feiern und Alkohol: “Meine Spieler können saufen soviel sie wollen – solange sie am nächsten Morgen auf dem Platz stehen und im Training Top-Leistungen bringen. Da beides aber nicht geht, können sie eben doch nicht saufen.”

Lorant über Fußballer: “Fußballer neigen zur Faulheit! Sie brauchen immer wieder einen Tritt in den Hintern.”

Lorant über Verletzungen: “Ich habe nie welche gehabt. Ich habe sogar mit offener Ferse gespielt und mit einem Bänderriss.”

Lorant über Grenzen: “Jeder muss seine Grenze kennen. Für mich wäre die Grenze erreicht, wenn der Verein sich Gedanken über eine Trainerentlassung macht. Ein Schicksalsspiel wird es für mich nie geben. Das könnten die dann schön alleine machen.”

Lorant auf die Frage, ob er mit seiner Mannschaft nach einer Niederlage Einzelgespräche führt: “Warum sollte ich nach einer Niederlage mit meinen Spielern reden? Ich bin doch nicht der Pfarrer von Giesing.”


Beitragsbild: © Getty Images

Buchempfehlung: Werner Lorant – Eine beinharte Story

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
Abonnieren
Benachrichtige mich bei