Der TSV 1860 München muss nach vorne schauen. Das ist uns allen bewusst. Der Blick zurück wird jedoch immer wieder nötig. Um aus der Vergangenheit zu lernen und Schlüsse zu ziehen. Oder eben um sich zu erinnern und sich bewusst zu machen, was aktuell anders läuft. Wie die einzelnen Schlüsse am Ende aussehen, muss jeder für sich selbst wissen.

Verluste in Höhe von 54,3 Millionen Euro hat die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA von 2011 bis 2017 erlitten. Eine mächtige Summe, die ihren Höhepunkt vor allem unter Präsident Peter Cassalette fand. Rund 23,5 Millionen Euro wurden unter seiner Führung an Verlust gemacht. Spieler wurden völlig überteuert gekauft. Mit immensen Ablösesummen.

Nach dem Abstieg waren die Spieler alle wieder ablösefrei auf dem Markt. Besonders irre der Transfer von Ribamar. Der absolute Wunschspieler von Hasan Ismaik, laut Medienberichten. Für 2,5 Millionen Euro kam das “Super-Talent” als teuerster Transfer der Vereinsgeschichte des brasilianischen Vereins Bostafogo. Bei 1860 spielte er dann in insgesamt vier Spielen nur 60 Minuten. Drei Spiele in der 2. Bundesliga und 1 Spiel im DFB-Pokal. Viele werden sich erinnern. Er holte sich gegen Lotte in der 93. Minute sogar eine Rote Karte. Wie viel er verdient hat, wissen wir nicht. Aber über 50.000 Euro hat jede Minute Spieleinsatz in jedem Fall gekostet.

Wir gehen zurück ins Jahr 2011 und schauen uns an, was Hasan Ismaik an Darlehen in die KGaA gezahlt hat. Die einzelnen Daten hat Reinhard Friedl beigesteuert.

Erläuterung

gelb = neu aufgenommene Darlehen

mintgrün = Verlust in dem Geschäftsjahr

blau = Investitionen / Darlehen bei Ismaik insgesamt bis zu dem Zeitpunkt

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2010 / 2011

Der Tag des Einstieges

Der 30. Mai 2011 sollte der Wendepunkt für den TSV 1860 München werden. An dem Tag stieg der jordanische Unternehmer Hasan Abdullah Ismaik in den Profifußball der Löwen ein. “Kühne Pläne – 1860 München sagt Barcelona den Kampf an”, schreibt der Spiegel ein paar Tage später. Erst einmal sei ein Übergangsjahr geplant. Die Konsolidierung des Vereins stehe im Vordergrund, so der Spiegel in seinem Bericht. Aber dann sollten sich die Spitzenclubs Europas warm anziehen. Alles geht dann sehr schnell, so die Prophezeiung. Bereits im ersten Jahr zahlt Ismaik 18 Millionen Euro ein.

Die Kapitalerhöhung

Das gezeichnete Kapital zum 30. Juni 2010 betrug 2.600.000 €. Der TSV München von 1860 e.V. hatte dabei 100 Prozent an der KGaA. Dieses Grundkapital von 2,6 Millionen Euro wurde vom Verein dadurch erbracht, dass er alle Aktiva und Passiva seines steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs in die Gesellschaft übertragen hatte. Dazu gehören zum Beispiel die gesamten Immobilien auf dem Erbpachtgrundstück (Trainingsgelände Grünwalder Straße 114), die in der Bilanz zum 30. Juni 2017 bei den Sachanlagen mit 5,2 Mio € Bewertung stehen. Im Grunde die einzige werthaltige Position in der Bilanz.

Zum 30. Juni 2011 waren es dann 6.500.000 € gezeichnetes Kapital. Die Kapitalerhöhung kam durch die Zahlungen von Hasan Ismaik, die wie folgt zu listen sind:

  • 11,5 Mio € für 2.498.020 Stück Stammaktien zum Stückpreis von 4,60 € (= 49 % der stimmberechtigten Anteile)
  • 1,4 Mio € für 1.401.980 Stück Vorzugsaktien zum Stückpreis von 1,00 € (ohne Stimmberechtigung)
  • 5,0 Mio € in Form von Darlehen, die im zweiten Halbjahr 2012 in Genussscheine umgewandelt werden

Laut Reinhard Friedl sind diese Zahlen in den Bilanzen zum 30. Juni 2010 und 30. Juni 2011 nachvollziehbar. Das genannte Darlehen, das dann im zweiten Halbjahr 2012 in Genussscheine umgewandelt wurde, wird dann zum 30. Juni 2013 als Genussrechtskapital in Höhe von 5.364.000,00 € aufgeführt.

Der „Aufpreis“ in Höhe von knapp über 9 Mio €, die Ismaik für die Stammaktien zahlte, ging als Kapitalrücklage (9.105.115,90 €) in die Bilanz zum 30. Juni 2011 ein.

Die Vermarktungsrechte

Eine weitere Neuerung, die für die spätere Finanzlage des TSV bedeutend ist. Am 30. Juni 2011 übernimmt die neugegründete H.I. Squared International GmbH die Vermarktungsrechte. Man nimmt der KGaA damit enorm Potential in Sachen Eigenvermarktung.

Darlehen: 5 Millionen Euro

Verlust: 6,3 Millionen Euro

Bisher: 18 Millionen Euro

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2011 / 2012

Hasan Ismaik hat Probleme in Jordanien

Nachdem der Deal mit den Löwen unter Dach und Fach ist, bekommt Hasan Ismaik Probleme in Jordanien. 100 Millionen US-Dollar werden laut der Seite arabianbusiness.com eingefroren. Auch in Deutschland wird wegen Geldwäsche an der Grünwalder Straße ermittelt. Es geht um die 18 Millionen, die Ismaik in die TSV KGaA gezahlt hat. Die Ermittlungen verlaufen jedoch im Sande. In Jordanien werden die Ermittlungen eingestellt, nachdem der Vorsitzende der jordanischen Zentralbank, Faris Sharaf, überraschend entlassen wird.

Weiteres Darlehen

Das erste Jahr sollte der Konsolidierung dienen. So zumindest konnte man es im Spiegel lesen. Die Verantwortlichen scheinen davon wenig zu halten. Daran gehalten wird sich nämlich nicht. Trotz dem Mega-Deal mit Aston Martin, der 3 Millionen pro Jahr bringen soll, nimmt man ein weiteres Darlehen an. Weil die Löwen plötzlich eine Liquiditätslücke in Höhe von 2,3 Millionen Euro haben. Woher die kommt ist unklar. Auszugleichen bis Januar 2012. Man nimmt ein Darlehen in Höhe von 5,4 Millionen Euro und erhöht damit die Schulden bei Ismaik.

Gemeinnützigkeit in Gefahr

Weil der TSV München von 1860 e.V. eigene Gelder für das Jugendinternat der KGaA verwendet hat, gibt es Ärger in der Geschäftsstelle. Das Finanzamt stellt die Gemeinnützigkeit in Frage. Der TSV bringt sich damit in eine äußerst schlechte Position. Die Lösung des Problems wäre die Rückführung der Gebäude in den e.V. gewesen. Das möchte Ismaik laut dem Kicker nur unter einer Bedingung: Er möchte die Befehlsgewalt über die Geschäftsleitung. Das Präsidium spricht von einer Erpressung. Spätestens jetzt merkt Präsident Dieter Schneider, dass es sehr schwierig wird.

H.I. Squared übernimmt Merchandising GmbH

Man ist mächtig unter Druck an der Grünwalder Straße. Ismaik möchte mehr Macht. Die will Schneider ihm nicht geben. Am 10. Januar 2012 kommt es allerdings zu einer weiteren Übertragung. Die H.I. Squared International GmbH erwirbt die TSV 1860 Merchandising GmbH. Eine weitere potentielle Geldquelle für die TSV KGaA versiegt damit.

Darlehen: 5,4 Millionen Euro

Verlust: 6,3 Millionen Euro

Bisher: 23,3 Millionen Euro

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2012 / 2013

Hasan Ismaik wird Managing Director bei Arabtec

Für Hasan Ismaik läuft es gut. Er wird Managing Director und später CEO bei Arabtec. In kürzester Zeit wird er dort dann mit überwiegend geliehenem Geld Gewinne in Milliardenhöhe machen. Auf den großen Aufstieg wird später jedoch der große Fall folgen.

Weiteres Darlehen

Ein weiteres Darlehen kommt hinzu. In Höhe von 5,0 Millionen Euro laut den Bilanzen.

Streit mit dem TSV 1860-Präsidium

Nicht so gut läuft es zwischen Ismaik und dem TSV 1860 München e.V.. Insbesondere mit dem dortigen Präsidium. Weil der Investor offenbar die 50+1-Regel nicht verstanden hat, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Ismaik hielt sich eine zeitlang zurück. Doch Anfang 2013 schaut er immer wieder auf seine Löwen. Und möchte mitsprechen. Er will Sven-Göran Eriksson, den ehemaligen englischen Nationaltrainer, verpflichten. Und der möchte einige Spieler. Das heißt: Es werden weitere Millionen benötigt. Die möchte Ismaik auch gerne zuschießen. Doch dem Präsidium um Präsident Dieter Schneider wird es langsam zu viel. Den Verantwortlichen ist nicht mehr ganz so wohl bei den immer größer werdenden Schulden. Zudem fordert Ismaik weitereichende Einflussnahme bei Personalentscheidungen. Maßnahmen, die weit über die von der DFL erlaubten Möglichkeiten hinausgehen, erklärt Schneider. Ismaik erklärt den Journalisten, er könne mit dem Präsidenten nicht mehr zusammenarbeiten.

“Aufwiegeln der Fans”

Hasan Ismaik versucht es über die Fans. Es ist eine ähnliche Vorgehensweise wie in der aktuellen Saison. Ismaik versucht sich als einer von ihnen zu präsentieren. Er spricht bei einem Fantreffen. Kündigt dabei auch ein größeres Fantreffen an. Gerhard Schnell, Vorsitzender der ARGE, zeigt sich enttäuscht gegenüber der Abendzeitung: “Ich finde es nicht richtig, was Herr Ismaik da im Moment macht. Das ist ja fast schon eine Aufwiegelei der Fans – das kann man auch anders lösen. So reißt er den Graben nur noch mehr auf. Ich glaube, wenn es darauf ankommt, steht die Mehrheit der Fans hinter dem Verein.”

Ismaik möchte verkaufen

Hasan Ismaik möchte verkaufen, wie die AZ berichtet. 27 Millionen Euro möchte der Jordanier haben. Er beauftragt einen Vermittler. Über seinen Anwalt stellt er zudem einige Tage später einige Darlehen auf fällig. Um den Verein unter Druck zu setzen.

Darlehen: 5,0 Millionen Euro

Verlust: 7,2 Millionen Euro

Bisher: 28,3 Millionen Euro

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2013 / 2014

Gerhard Mayrhofer übernimmt

Der TSV 1860 München glaubt wieder an den Aufstieg. Die Löwen wählen einen Management-Experten zu ihrem Präsidenten. Gerhard Mayrhofer. Der spricht von Rock´n´Roll und tatsächlich auch vom Aufstieg. “Sechzig ist lange genug ein Ausbildungscamp für Funktionäre gewesen”, erklärt er. Professionaliät wird in den Vordergrund gerückt. Es ist vor allem ein Zugehen auf Hasan Ismaik. Geschäftsführer Robert Schäfer muss rund zwei Monate später gehen. Die Süddeutsche Zeitung spricht bei Hasan Ismaik und Gerhard Mayrhofer von zwei Machertypen auf einer Wellenlänge. Und Mayrhofer über Ismaik: “Wir sprechen die gleiche Sprache und haben ein sehr gutes grundsätzliches Verständnis, was wir bei 1860 verändern müssen, um noch professioneller zu werden.”

Neue Schulden durch neue Darlehen

Unter Gerhard Mayrhofer kommt es zu weiteren 10,5 Millionen an Darlehen.

Darlehen: 10,5 Millionen Euro

Verlust: 6 Millionen Euro

Bisher: 38,8 Millionen Euro

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2014 / 2015

Mayrhofer scheitert an Ismaik

Es funktioniert nicht zwischen Gerhard Mayrhofer und Hasan Ismaik. Ab einem bestimmten Punkt scheitern die intensiven Verhandlungen. Mayrhofer tritt mit seinen Vize-Präsidenten zurück.

Mayrhofer hatte Sportchef Gerhard Poschner loswerden wollen. Zudem hatte der Präsident angeblich mit Meistertrainer Felix Magath geliebäugelt. Eine Investorengruppe sollte Ismaik dessen Anteile abkaufen.

Zu weiteren Darlehen kam es in diesem Geschäftsjahr nicht.

Infront übernimmt Vermarktung

Mit Infront steigt ein neuer Vermarkter beim TSV 1860 München ein.

Darlehen: keine

Verlust: 5 Millionen Euro

Bisher: 38,8 Millionen Euro

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2015 / 2016

Die Ära Cassalette beginnt

Peter Cassalette übernimmt als Präsident des TSV München von 1860 e.V. und damit ein Mann, der die Nähe zu Hasan Ismaik sucht.

Neue Darlehen

Unter Peter Cassalette werden neue Darlehen bewilligt. Insgesamt 5,3 Millionen Euro.

Löwenstadion mit Tierpark

Große Investitionen warten auf den TSV 1860 München. Zumindest kündigt sie Hasan Ismaik an. Als erstes auf dem Plan steht ein Löwenstadion mit Tierpark. Mit mindestens 52.000 Plätzen. Auch der Standort ist bereits klar. In Riem soll das Stadion entstehen. Der Neubau sei nicht abhängig von der Spielklasse, solle ein “architektonisches Highlight” werden, den “Namen von 1860 tragen” und “blaue Sitzschalen” haben, steht in der Süddeutschen Zeitung. 360 Fans der Fanorganisation ARGE hören sich an, was Ismaik zu sagen hat. Es sind wichtige Worte in einer Saison, wo der Abstieg näher als alles Andere ist.

Schnell wird klar, dass es nach oben gehen soll. Unter dem Kommando von Hasan Ismaik. Vereinspolitisch scheint niemand ihm Steine in den Weg legen zu wollen. Peter Cassalette ist der erste Präsident, der auf Kuschelkurs geht. Sich öfters nach Abu Dhabi einladen lässt und mit neuen Schuhen und maßgeschneiderten Anzügen nach Hause kommt.

Darlehen: 5,3 Millionen Euro

Verlust: 1,6 Millionen Euro

Bisher: 44,1 Millionen Euro

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2016 / 2017

Große Investitionen

Peter Cassalette jammert auf hohem Niveau. Es sei heiß in Abu Dhabi. Und so ein weiter Flug für zwei Tage Aufenthalt in Abu Dhabi, das könne man nicht wirklich Urlaub nennen. Ansonsten ist jedoch alles goldglänzend bei den Löwen. Im Sommer 2016 rüsten sie auf. Sportchef Thomas Eichin darf richtig viel Geld ausgeben, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Allzu viel zu sagen hat er, das erfährt man später, nicht. Er habe vor der Verpflichtung von Ribamar gewarnt. Der Deal wurde dennoch durchgezogen. Auf Wunsch von Hasan Ismaik, der von einem findigen Spieler-Agent beraten wird: Kia Joorabchian. Er verdient unglaubliche Summen an den Löwen. Aigner, Olic, Ribamar – die Löwen rüsten auf.

Ankündigungen von weiteren Investitionen

Im September 2016 kündigt Hasan Ismaik nicht nur an, sich in München ein Haus zu suchen, er verspricht zudem eine Investition von 100 bis 200 Millionen Euro, wenn 50+1 fällt. Von 1860 hat er eine ausgezeichnete Meinung. Die Löwen sollen im ersten Schritt nun in die Bundesliga aufsteigen, anschließend soll der Sprung in die Champions League gelingen. “Wir sind auf dem richtigen Weg, aus 1860 einen der besten Vereine Europas zu machen. Dann werden auch die Spieler stolz sein, ein Teil dieses Vereins zu sein”, sagt Ismaik gegenüber SPORT1. Die Diskussion um Riem ist vom Tisch. Ismaik möchte ein Stadion mit 52.000 Plätzen. Das sei dort nicht umsetzbar. Missverständnisse zwischen ihm und Bürgermeister Dieter Reiter? Zu dem Zeitpunkt sind die Löwen übrigens nach sieben Spielen und nur acht Punkten auf Platz 11 in der 2. Bundesliga.

Neuer Trainer für die Löwen

Am 18. Dezember 2016 wird Vitor Pereira als neuer Trainer vorgestellt. Der 48jährige Portugiese soll den Traum vom Aufstieg ermöglichen.

Die Finanzen

Bis zum Geschäftsjahresende 2017 machte die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA innerhalb nur eines Jahres Verluste in Höhe von 21,9 Millionen Euro. Durch den Abstieg gehen die meisten Spieler ablösefrei. Geld kommt also keines mehr rein. Wohin das Geld überall hingeflossen ist und wer alles verdient hat, ist zumindest öffentlich nicht bekannt. Der große Verlierer ist die KGaA. Denn ihr Schuldenberg ist enorm angestiegen.

Darlehen wurden in Genussscheine umgewandelt. Allerdings vor allem deshalb, um neue Darlehen aufzunehmen. Im Geschäftsjahr 2016/17 werden fünf neue Darlehen, die hauptsächlich zur Finanzierung der Transferaktivitäten dienten, über insgesamt 12 Millionen Euro gewährt.

  • 12,0 Mio € in Form von Darlehen

Mit Darlehen wurden beispielsweise Spieler wie Ivica Olic, Stefan Aigner, Lucas Ribamar, Filip Stojkovic, Jan Zimmermann, Victor Andrade, Fanal Perdedaj und Sebastian Boenisch als Zugänge gewonnen. Allerdings konnten diese durch den Zwangsabstieg alle wieder ablösefrei gehen und das Geld war verbrannt.

Darlehen: 12,0 Millionen Euro

Verlust: 21,9 Millionen Euro

Insgesamt: 56,1 Millionen Euro

56,1 Millionen Euro, die man aus den Bilanzen herauslesen kann, wurden von Hasan Ismaik demzufolge gezahlt.

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kohlbeck

Zum einen ein sehr interessantes Sammelsurium an Vermutungen, Beispiel, “war angeblich der erklärte Wunschspieler von H.I.” und und und. Quellen u. a. AZ, Spiegel und süddeutsche Kommentare.

Mag ja alles so gewesen sein. Doch nun meine Frage eines, wie hier bezeichneten Hirnlosen, an die ganzen Schlauberger hier. Was ist unter RR Führung bislang besser geworden ? Wie viel Schulden wurden denn unter seiner Ägide getilgt ? Wie viele Sponsoren hat RR und sein Gefolge denn bislang gewinnen können ??? Wie sieht das Präsidium denn die Stadion Zukunft wenn ein möglicher Ausbau, wie sehr wahrscheinlich, nicht realisierbar ist ? Wie will RR ohne sportlichen Erfolg irgendwas in die “richtige Richtung”, Stichwort finanzielle Konsolidierung, bringen um den Verein auch nur annähernd auf wirtschaftliche Füße zu stellen ??? Woher hat Hr. Friedl denn diese Zahlen und warum werden sie hier veröffentlicht ???

Für mich ist soviel klar, dass wir es aus eigener Kraft so oder so nicht mehr schaffen können steht für mich fest. Das HI kein Geld mehr an Leute gibt die ihm sowas von Respektlos seit Jahren gegenüber stehen steht für mich außer Frage und ist vollkommen ok. Dass er Fehler gemacht hat, keine Frage. Trotzdem hat er mehr Geld in den Verein gepumpt als bislang jeder andere.

Warum wird eigentlich nicht Mal offen gelegt was mit unseren ganzen Geldern von angeblich um die 10 Mio passiert ? Warum bleiben da nur gute 3 Mio für die Mannschaft übrig ? Wie viel müssen noch an die Roten überwiesen werden für den AA Auszug ????

Soviel zum Thema Fakten für “einem gewissen Blog für hirnrissige”. Wenn das ein hier ein Blog für “geistreich” und den “einzigen Fans” des TSV sein soll kann ich mit verlaub nur lachen. Aber egal jeder darf glauben was er will. Auch hier, und noch was nicht zu vergessen geht es mit RR und seinen Lachnummern in das Verderben dann ist “nur” einer Schuld HI und der Blog für hirnrissige. NICHT JEDOCH RR und sein Gefolge und der Blog hier der geballten Fakten. . . . . .

Eins steht jedoch auch fest egal in welchem Blog man sucht oder schaut die doofen sterben wahrscheinlich NIE aus was die meisten Kommentare betrifft.

3und6zger

Woher stammt die Zahl “….mit unseren ganzen Geldern von angeblich 10 Mio….”. Gibt es dafür eine Quelle? Ich denke, da müssen wir bis zur Veröffentlichung des Geschäftsberichts warten, um besser schätzen zu können.

Löwenkopf

Berechtigte Fragen aus einem anderen Forum:
Interessanter Artikel, wobei sich mir folgende Fragen stellen:

1. Zu welchem Preis hat Ismaik die Vermarktungsrechte und die Merchandising GmbH erworben? Oder war das eine Gegenleistung für die Gewährung weiterer Darlehen?

2. In welchem Verhältnis steht Infront zu HI2 und der KGaA? Was für ein Geschäftsmodell liegt hier zugrunde?

3. Die Verluste waren nicht nur 2016/2017, sondern auch schon in den ersten Jahren nach Ismaiks Einstieg höher als die von ihm gewährten Darlehen. Woher kam das restliche Geld für den Ausgleich der Verluste?

reinhard-friedl

Zu Punkt 3)
Bei den Zahlen für die Darlehen sind nur Darlehen für HAM aufgeführt. Es wurden in der Betrachtung keine Veränderungen für z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Transfers oder Sonstige Verbindlichkeiten aufgelistet. z.B. sind in der Bilanz zum 30.6.2013 die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 552 T€ auf 1,1 Mio € gestiegen und die Sonstigen Verbindlichkeiten von 467 T€ auf 1,5 Mio €.
In der Bilanz zum 30.5.2015 stiegen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 1,1 Mio auf 5 Mio €. Dafür sanken die Sonstigen Verbindlichkeiten von 1,4 Mio auf 690 T€. Dies bedeutet, das letztendlich keine Gelder von anderer Seite kamen, die die Verluste ausgeglichen hätten. Die Verluste sind letztendlich während der Jahre angestiegen, sodass per 30.6.2017 62,7 Mio angesammelte Verluste in der Bilanz stehen. Wenn nun das Kommanditkapital, die Kapitalrücklage und das Genussrechtskapital dagegen gestellt wird, kommt es zu 19,8 Mio € Fehlbetrag, der nicht von Eigenkapital gedeckt ist. Daher ist die KGaA ein überschuldetes Unternehmen und muss laufend eine positive Fortführungsprognose erstellen, damit nicht Konkurs angemeldet werden muss.

alexander-schlegel

Danke Friedl für die wiederum fundierten Erklärungen.
Und gerade wenn man folgende Zeilen liest

Wenn nun das Kommanditkapital, die Kapitalrücklage und das Genussrechtskapital dagegen gestellt wird, kommt es zu 19,8 Mio € Fehlbetrag, der nicht von Eigenkapital gedeckt ist. Daher ist die KGaA ein überschuldetes Unternehmen und muss laufend eine positive Fortführungsprognose erstellen, damit nicht Konkurs angemeldet werden muss.

… frägt man sich ernsthaft, was da im Boulevard und einem gewissen Blog für hirnrissige Scheindiskussionen über vermeintliche Alternativen geführt werden …
Es ist schon teilweise erbärmlich, was z. B. die AZ für unfassbar dumme Artikel verfasst, wo völlig ungetrübt der Faktenlage, nur in einer Art berichtet wird, dass zwei Streithansel sich um den rechten Weg streiten. Warum geht das in die dummen Köpfe nicht rein, dass die KGaA bereits ein überschuldetes Unternehmen ist und dass nicht weitere Schulden auf der Tagesordnung stehen, sondern nur mehr der Weg, wie man den Kopf wieder aus der Schlinge bekommt?

Löwenkopf

Ich würde mir wünschen die Medien würden mal so ordentlich recherchieren
und die Fakten benennen. Lieber bringt man das drölfzigste Interview mit dem Souvlaki
und den x ten Fazebuch Schmarrn des Jordaniers. Münchner Journalisten, plappert nicht immer nach und macht euch die Mühe, es lohnt sich, und zack hat man eine fundierte Story.
Lügengeschichten kann man dann ohne Mühe ausschließen.

Deleted User

Dafür müssten die Boulevardjournalisten aber Recherche betreiben. Darauf haben sie allerdings üblicherweise offenbar keinen Bock. Den Schmarrn und Rotz, den sie häufig irgendwo abkupfern und dann veröffentlichen, den stümpert man halt in drei Minuten zusammen. Recherche dauert und erfordert unter Umständen auch gewisse geistige Transferleistungen.

treuerloewe

Toller und hoch interessanter Artikel.?

Buergermeister

Das Problem ist, dass es ohne Investor halt auch nicht geht, weil wir seit mindestens 10 Jahren nicht wirtschaftlich arbeiten.

Deleted User

Was es zu Beweisen gilt. Wir haben ja traditionell eher schlecht gewirtschaftet. Zeit, einen anderen Weg einzuschlagen, einen der auch zukunftsfähig ist.

Sportfan

eine beeindruckende Auflistung. Gleichzeitig stellt sich mir die Frage was HI eigentlich überhaupt vorgehabt hat ?

banana-joe

Augenhöhe! Mit wem auch immer 😆

Deleted User

Illertissen

rheumakai

Ein Danke für die Zusammenstellung der Zahlen im Artikel. Ich hab mir die letzten Bilanzen auch immer ausgedruckt und abgelegt um immer wieder nachlesen zu können. Daher waren die Zahlen für mich keine Überraschung.
Was mich interessiert wäre noch was alles unter “Verbindlichkeiten an die Gesellschafter” verbucht ist. Denn ich glaube, dass nicht alles HI betrifft. Die KGaA hat doch auch Verbindlichkeiten beim e.V.. Gerade im Zusammenhang mit der Gemeinnützigkeit des Vereins war doch das das Problem.

L.A.

Mich würde interessieren ob Teile dieser Darlehen an Hi wieder zurück geflossen sein könnten ? Sprich über die Spielerberater .

Sportfan

zumindest bei Ribamar könnte ich mir Kickback Zahlungen vorstellen

serkan

Das eine hat mit dem anderen nach meinem Verständnis nichts zu tun. Darlehen und Provisionen sind völlig verschiedene Dinge. Du meinst, ob HI an Spielerkäufen des TSV durch Provisionen selbst profitiert haben könnte? Kann ich mir nicht vorstellen. Sowas lässt sich auch nicht aus einer Bilanz herauslesen. Ich halte es für plausibel, dass er selbst kräftig abgezogen wurde. Was die Wahl seiner Berater anbelangt, hat HI nämlich ein erstaunliches Gespür dafür in die Scheiße zu fassen.

serkan

Vielen Dank für die umfangreiche Zusammenstellung. Das nenne ich Recherche im Dienst der Leser. Davon können sich ALLE Münchner Sportjournalisten eine Scheibe davon abschneiden.

banana-joe

Die haben kein Interesse an Aufklärung oder fairer Berichterstattung!

Deleted User

Bei der SZ ist es eigentlich okay, aber die sind ja auch nicht Boulevard.

banana-joe

Schon klar, ich dachte da eher an die Schmeißfliegen von Merkur, TZ, AZ und dem blauen Blog!

bluwe

Super Artikel Arik – wow!

Mich würde aber brennend interessieren wohin das Geld geflossen ist, insbesondere zur Zeit des Marionetten Peters.
– wieviel hat Rot mit Arena und Catering eingesackt?
– wieviel haben anderen Vereine als Ablöse erhalten?
– und v.a. wieviel die Spielervermittler, v.a. welche und wie stehen die in Zusammenhang/Verhältnis mit HI?
=> denn damit würde sich der (Horror-) Kreis wieder schließen

Deleted User

Interessanterweise hat unter dem verlinkten Spiegel-Artikel schon ein gewisser picasso1860 seherische Kräfte gezeigt, indem er folgendes postete:

Der investor…

…hat in meinen Augen nur dann Sympathie, wenn er dem Verein wieder eine Heimat gibt. Alles andere ist ein dahin Vegetieren bis zum endgültigen Untergang, weil eh niemand mehr kommt. Raus als Mieter beim Feind, rein in ein renoviertes-modernisiertes oder auch neues (zB. nach den Schwabl-Plänen) Grünwalder Stadion. Ansonsten wird man in ein paar Jahren feststellen, das die Insolvenz im Sinne der Eigenständigkeit und Selbständigkeit der richtigere Weg gewesen wäre. Denn eines wird sicher nicht mehr passieren, daß sich Sechzig dieses Anteile vom Investor jemals wieder zurückkaufen können wird.

Anderl

Danke für die Aufstellung!!!
Weiß man auch wieviel an Zinsen bis jetzt gezahlt wurden und ob irgendwann was zurückgezahlt wurde??

Buergermeister

ich glaube bei Transfers sind Gelder zurück geflossen oder?

Anderl

Nein – nur ob und wieviele zinsen fällig wurden und auch überwiesen wurden und ob da kurzzeitig was „getilgt“ wurde…

Auf jeden fall: Weiter so!!!

Buergermeister

das wäre bestechung und sowas sollte man nur behaupten wenn man es auch beweisen kann

Deleted User

Man darf das aber fragen, das ist durchaus legitim und eben keine Behauptung.

buergermeister

Wie hoch waren/sind die Verluste letztes und dieses Jahr?

tomandcherry

Eine wahre Erfolgsgeschichte…

Schier unglaublich, welche Realitätsverweigerer, Tagträumer, Selbstdarsteller… sich seit Jahren bei 60 die Klinke in die Hand drücken. Und das trifft auf den Investor und größten Löwen-Fan aller Zeiten genauso zu, wie auf e.V.-Leute.

Und der Albtraum nimmt so schnell kein Ende.

Man darf gespannt sein, welche Reaktion der einen Seite eine Gegenreaktionen der anderen provoziert.

loewen1860

Danke Arik für diesen Bericht! Man wird in 100 Jahren wohl noch an die Nachkommen Ismaiks Schulden zurückzahlen müssen, sofern wir das irgendwann können. Die einzige Lösung wäre nach unserem Abstieg wohl vermutlich eine Insolvenz gewesen? Es wird ein schwerer Weg werden, da irgendwie herauszukommen. In der 3. Liga kannst nix verdienen, für einen Aufstieg brauch ma verdammt gutes Glück u Geld, aber letzteres will hier keiner mehr. Vielleicht klappts ja mal mit dem Glück! Morgen fangen wir damit an… 3 Punkte in Großaspach

Deleted User

Wenn man das Geld nicht hat, dann muss man sehr klug agieren, was Osnabrück gerade vormacht. Mit Geld kann man es auch machen wie Uerdingen oder Braunschweig. Letztere werden nächste Saison Probleme bekommen, weil acht Neuzugänge im Winter eigentlich nicht drin waren.

juergen

Vor allem brauchen wir ein passendes Stadion… ?
Also realistischerweise Aufstieg frühestens 2021…
Mit am schnuckligen GWS mit 25000 Zuschauern ?
Und…
OHNE HASAN!!!!

juergen

Eigentlich der absolute Wahnsinn ????
Und da schreien die Grismaiks nach neuer Verschuldung ????
Ohne Worte….

OHNE HASAN!!!

ELIL

loewen1860

Du sogst a’s immer so schee direkt…

Des muss jetz die letzten Spiele bis Saisonende von uns Fans gefordert werden. Der Rückzug von H.I. Am besten durchgehend 90 Minuten.

blue planet

Eine Bilanz des Grauens!!!
Es ist unbedingt notwendig, zum vernünftigen Wirtschaften zurückzukehren, um keine neuen Abhängigkeiten vom Investor (oder weiteren Investoren…) zu schaffen.
Ich wäre absolut bereit, dafür auf kurzfristigen sportlichen Erfolg der Profis zu verzichten. 1860 hat solch ein Standing, solche Fans und Mitglieder, gemeinsam würden wir uns immer wieder hochkämpfen!

peter-wiesmann

arik meinen Aufrichtigen Respekt für diese Zusammenfassung .Aber musste das genau an diesem sonnigen Sonntag sein ? Da bekommt man schon wieder Depressionen wenn man den Namen Ismaik nur liest . Aber trotzdem wirds vielen egal sein ,hauptsache aufsteigen .Scheiss auf die Schulden ,hauptsache ich seh Bundesliga .So werden wohl einige denken

tami-tes

Es ist leider so… Vorhin erst durfte ich beim U17-Spiel mit einem älteren Fan reden, der a) der Meinung ist, Reisinger will uns gegen Thalkirchen spielen sehen und b) es egal ist ob wir 70 oder 90 Millionen Schulden haben. Man müsse es sportlich betrachten und nicht finanziell. Der sportliche Erfolg steht eben über allem.

twchris

War des der gleiche, der meinte du bist Mitarbeiter von der 24-Seite?

tami-tes

Genau der war es. Interessanterweise sagte er das alles davor. Und obwohl ich ihm meine Sichtweise darlegte, kam die Frage später dennoch. Hmmm

peter-wiesmann

dann fahr ich halt nach Thalkirchen wenns so sein sollte

a-stronaut

Vui Spass. Bist dann aber wahrscheinlich einer der ganz wenigen.

Jürgen

Meines Wissens waren die Vermarktungsrechte bereits vor dem Einstieg an eine andere Firma verkauft. HI hat diese für 3Mio (???) von dieser Firma übernommen

reinhard-friedl

Danke Arik für das “würzen” der nackten Zahlen.

Bine1860

Der reinste Wahnsinn, und es gibt tatsächlich noch Leute, die wieder Darlehen nehmen würden…ich werds nie verstehen…

BruckbergerLoewe

Würde das noch das Kraut fett machen ? Die jetzigen Darlehen und Schulden kann doch sowieso niemand jemals mehr zurückzahlen.
Ich sehe außer der Insolvenz keine andere Alternative.

Fränkischerlöwe78

Genau das würde HI nicht zulassen außer verpennt es mal zurückzustellen dann müsste unsere GF Insolvenz melden das sonst strafbar machen wegen Insolvenzverschlebung also siehste ohne HI klappt es nicht eine Insolvenz höchstens noch eine zweite Möglichkeit und das wäre kommt dochen dümmer in Hasans in seinem Auge der den wunschpreis Zahlt

erwin-der-loewe

Was willst Du uns damit sagen?

juergen

Hab i mi a scho gfragt

baum

Und sich wieder aufs neue von Ismaik erpressen und vorführen lassen?