Auf Deeskalation ist 1860-Gesellschafter und Kreditgeber Hasan Ismaik wohl nicht aus. Auf Facebook kritisiert er die Kritik an seiner Person in der Westkurve.

Ein Hashtag #gemeinsam und alles wird gut? Weit gefehlt. Aber nicht, weil es die Fans nicht wollen. Die Sehnsucht ist größer denn je. Einige Funktionäre verstehen es einfach nicht, dass nicht die Fanszene den gemeinschaftlichen Weg blockiert. Sondern handelnde Personen in Brot und Lohn des Löwenkosmos. Was Pfeifer und Co. lernen müssen: alle Protagonisten sind ersetzbar. Die Fanszene bleibt. Das war schon immer so. Nicht nur bei Sechzig. Da reicht ein Blick in die große Politik. Politiker können sich ihr Volk nicht aussuchen. Meinung kann man nicht diktieren. Zumindest nicht mit Maßstäben, die wir in Deutschland haben.

Anti Hasan Ismaik Aufkleber
Neue Aufkleber in der Fanszene

Mehr statt weniger Protest

Zur großen Anti-Ismaik-Schwenkfahne kam noch eine kleinere Fahne mit Ismaiks durchgestrichenem Konterfei dazu. Auf den Toiletten und auch sonst in Giesing neu: Aufkleber mit dem durchgestrichenen jordanischen Geschäftsmann. Auch viele Shirts wurden wieder herausgekramt. Vielleicht kommen demnächst auch wieder ein neues Anti-Ismaik-Shirt. Man hat an der Grünwalder Straße 114 alles unternommen um den Protest an Ismaik zu unterdrücken. Und genau das Gegenteil erreicht. Das darf sich auch die Geschäftsführung der Löwen auf die Fahne schreiben.

Wer die Löwen kennt, hätte es voraussagen können. Aber in dem Punkt sind wohl einige handelnde Personen in der Geschäftsstelle der Löwen beratungsresistent.

Die Löwen sind gefangen in einem moralischen Desaster ein gemeinsames Selbstwertgefühl zu schaffen, wo alle geeint sind. Das funktioniert nicht, solange Anthony Power schaltet und waltet wie die Axt im Wald. So zumindest die Botschaft der Westkurve. Bei Hasan Ismaik ist sie nicht angekommen, wie er auch Facebook bestätigt. Man werde den aktuell eingeschlagenen Weg nicht verlassen, sondern alles dafür tun, dass 1860 eines Tages sportlich und wirtschaftlich so aufgestellt ist, dass man wieder deutschlandweit für positive Schlagzeilen sorge, so Hasan Ismaik in seiner Stellungnahme. Wer diese Beiträge auf Facebook schreibt ist unklar. Eines aber sollte klar sein. Ein geeintes Bild kann man nicht erzwingen. Auch nicht durch sportlichen Erfolg. Das muss ein aktiver Prozess sein, der auch mal wehtut.

Die Stellungnahme Ismaiks

Liebe Löwen,

ich gratuliere unserer Mannschaft zu diesem wichtigen 1:0-Sieg gegen Oldenburg. Es war eine echte Willensleistung. Am Ende ist wichtig, was auf dem Konto steht und das sind nach zwei Spielen sechs Punkte. Das Maximum.

Es überrascht mich, dass bei 1860 nur negative Botschaften aus der Kurve kommen, aber keine positiven für unsere Mannschaft, die unser uneingeschränktes Vertrauen genießt. Ich bin nicht der große Ultra-Versteher, aber ich vertrete die klare Meinung, dass die Liebe zu unserem Klub über allem stehen sollte. Die Mannschaft braucht positive Energie. Von allen Rängen. Das wünsche ich mir in der Zukunft.

Ich schätze die Arbeit der Fanszene, und trotzdem muss ich ihr sagen: Wir werden unseren eingeschlagenen Weg nicht verlassen, sondern alles dafür tun, dass 1860 eines Tages sportlich und wirtschaftlich so aufgestellt ist, dass wir wieder deutschlandweit für positive Schlagzeilen sorgen.

Einmal Löwe, immer Löwe

Hasan Ismaik

Facebook

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Ob 1860-Gesellschafter Hasan Ismaik diese Worte selbst geschrieben hat? Sieht man sein Wirken und Handeln im arabischen Raum und verfolgt seine Artikel, dann wohl eher nicht. Ismaik präsentiert sich immer wieder als großer Anhänger deutscher Philosophen. Als jemand, der unterschiedliche Meinungen zulässt und westliche Werte nicht nur respektiert, sondern stets mit Hochachtung davon spricht. Da gibt es viele Beispiele. In vielen Teilen ist sein Handeln und Wirken in Deutschland nicht mit dem, was er im arabischen Raum kommuniziert, deckungsgleich.

Titelbild: IMAGO / Lackovic

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