Ludwig Krammer ist Journalist der tz München. Einer, der oftmals kein Blatt vor den Mund nimmt und Klartext spricht. In der oft sehr vorsichtig gewordenen Medienlandschaft durchaus eine Bereicherung. Unabhängig davon, ob man ihm nun zustimmt oder nicht.  Am heutigen Freitag macht er sich in der Online-Ausgabe der tz Gedanken über den plötzlichen Facebook-Beitrag von Investor Ismaik. Er stellt fest: Der Wunsch “nach einem neuen Sportdirektor droht beim TSV 1860 zum Politikum zu werden”.

“Ein neues Politikum, aufgehängt am allseits beliebten ­Bierofka?” TZ, München

Daniel Bierofka
Daniel Bierofka

Rückblick auf die aktuelle Entwicklung

Ursprünglich soll es der Wunsch von Daniel Bierofka gewesen sein. Dessen Worte sind allerdings nicht so deutlich wie von mancher Seite behauptet, denn seine Aussage: “… in Zukunft müsste man sich schon überlegen, dass man noch eine Instanz dazwischensetzt”. Für einige ein Hilfeschrei, für andere ein Blick in die Zukunft. Vor allem auf einen möglichen Aufstieg und schließlich die 3. Liga. Denn wie auch die tz schreibt, sei von Vereinsseite aus in der Regionalliga weder ein fähiger Sportdirektor finanzierbar noch zwingend notwendig. Das wäre Thema bei Aufstieg.

Hasan Ismaik nutzte diese Gelegenheit und schreibt im sozialen Netzwerk: “Registriert habe ich natürlich auch, dass Daniel sich einen Sportdirektor wünscht. Ich hoffe, dass die Voraussetzungen geschaffen werden, damit er seine Arbeit weiterhin erfolgreich erledigen kann”. Eine überraschende Aussage, hielt sich Ismaik doch bis auf ein Interview in Ibiza zurück.

Gezieltes Politikum von Ismaik?

Krammer stellt hierbei in der tz die Frage, ob Ismaik nicht auf ein solch populäres Thema gewartet habe, um Sympathien bei den Fans zurückzugewinnen. Denn klar ist, mit Bierofka können sich fast durchweg alle Fans identifizieren. Der Eindruck drängt sich auf, so Krammer in seinem Artikel.

Es wäre höchst gefährlich, wenn Hasan Ismaik tatsächlich Daniel Bierofka für politische Spielchen missbraucht. Der Trainer musste in der Vergangenheit öfters sportpolitisch herhalten. Klar ist, dass derartige Themen die Gesellschafter eigentlich untereinander ausmachen müssten. Derartige Fragen spitzfindig in die Öffentlichkeit zu zerren, zeigt im Grunde eher, dass aktuell der Graben dann doch noch immer sehr groß ist.  Deshalb ist es durchaus möglich, dass der Investor hier einen Aufhänger gefunden hat. Ob er damit die Fans auch nur annähernd zurückgewinnen kann, ist mehr als fraglich. Keiner möchte mehr politische Spielchen und taktisches Geplänkel. Und vor allem will niemand, dass Daniel Bierofka zum politischen Spielball wird.

tz München: Ismaik braucht populäres Thema: Sportchef wird zum 1860-Politikum

 

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