In Sizilien träumt man im Fußball von der Rückkehr zur alten Glorie des Palermo FC. Dafür hat man sich nun verkauft. An den Multi-Club-Besitzer City Football Group. In Deutschland hingegen sieht man ein anderes Bild. Bei Hertha BSC wird Kay Bernstein aus der Ultra-Szene zum Präsidenten gewählt.

Hertha BSC wählt Ultra zum Präsidenten

41 Jahre ist Kay Bernstein (siehe Titelbild). Er kommt aus der Ultra-Szene und wurde für viele überraschend zum neuen Präsidenten des Bundesligisten Hertha BSC gewählt. Man spricht von einer kleinen Revolution in Berlin. Bernstein hat eine inhaltliche Neuausrichtung versprochen. Er will Hertha “von innen ganzheitlich heilen und gesund machen”. Der neue Präsident sieht sich als “Kind der Kurve” und war einst Vorsänger. Bekannt ist er auch für soziale Projekte der Fans.

Eine Niederlage gab es hingegen für den langjährigen CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Steffel, den Investor Lars Windhorst am Liebsten am Ruder gehabt hätte. Weil in Deutschland die 50+1-Regel gilt, ist der Investor davon abhängig, wen die Mitglieder wählen. Mit Bernstein wird sich Windhorst wohl eher schwer tun. Große Träumereien für die freie Hand des Geldgebers sind eher Utopie.

City Football Group schluckt Palermo FC

In Sizilien ist das anders. Dort gibt es keine 50+1-Regel und im Grunde ist es deshalb egal, ob ein sizilianischer Bernstein oder ein sizilianischer Steffel beim Palermo FC an die Macht kommen würde. Die Richtung gibt wohl zukünftig jemand ganz anders vor – die City Football Group. Erneut hat Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan in der globalen Fußballwelt zugeschlagen.

Der traditionelle Palermo FC ist nun in den Händen des Multi-Club-Besitzers, der eigentlich vor allem Manchester City im Focus hat. Geld spielt keine Rolle. Die Frage ist nur, was die City Football Group mit Palermo vor hat. Klubs haben im Unternehmen des Scheichs aus Abu Dhabi unterschiedliche Aufgaben. Um Manchester dreht sich das gesamte System. Die anderen Klubs werden im Rahmen der Disneyfizierung ähnlich vermarktet oder dienen als Farm-Team für die Ausbildung von Talenten. Eine Übungsbühne für Fußballer der Football Group.

Fans von NAC Breda vs. City Football Group

Die City Football Group kauft immer mehr Klubs. Doch manchmal funktioniert das Wedeln mit dem Scheck nicht. Erst vor einiger Zeit haben sich Fans des NAC Breda erfolgreich gegen eine Übernahme des reichsten Fußballkonsortium gewehrt. Die Anteilseigner des niederländischen Klubs hatten sich bereits mit der City Football Group geeinigt. Doch innerhalt weniger Stunden gingen die Fangruppen auf die Barrikaden. “Bleibt aus unserem Gebiet, NAC ist keine City Group Story”, so die Botschaft. Niederländische Fans waren sogar dafür extra nach Manchester aufgebrochen. Der Protest war erfolgreich. Der erste Verein, bei dem sich tatsächlich Fans im großen Stil aktiv gegen die Football Group durchsetzen konnten. Man setzt nun auf lokale Investoren.

Pacific Media Group bereits mit einem Fuß in der Türe des deutschen Fußballs

In Deutschland gibt es die 50+1-Regel, die einen zu starken Einfluss von Investoren verhindert. Doch längst hat mit der Pacific Media Group bereits einer der großen Multi-Klub-Unternehmen seinen Fuß in die Tür gesetzt. Beim 1. FC Kaiserslautern. Doch, dass das weltweite Fußball-Unternehmen wirklich viel Macht bekommt, verhindern der Deutsche Fußball-Bund und die Deutsche Fußball-Liga. Jüngst gab es vom DFL Aufsichtsratsvorsitzenden Watzke ein klares Bekenntnis zur 50+1-Regel.

Was die City Football Group und die Pacific Media Group unterscheidet, findet ihr in folgendem Artikel: Pacific Media Group vs. Manchester City Group vs. Hasan Ismaik


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Titelbild: IMAGO / Matthias Koch

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