Ein Kommentar

Der TSV 1860 München kommt über ein 1:1 nicht hinaus. Das heißt, man geht mit nur 1 Punkt nach Hause. Zugegeben, im ersten Moment war auch ich enttäuscht. Doch manchmal muss man einfach ein wenig Zeit verstreichen lassen, einen Blick auf die Tabelle werfen und nach vorne schauen. Die einen Fans sehen es mit einer durchaus nüchternen Gelassenheit. Immerhin führt man mit noch 4 Punkten vor Nürnberg. Und der Zweitplatzierte hat sogar 1 Spiel mehr. Die anderen schwören förmlich eine Weltuntergangsstimmung herauf. Sehen uns als Dauergast in der Regionalliga. Die Internet-Ultras sehen sogar eine Verschwörung. Die Mannschaft darf nicht gewinnen, weil genau das der Auftrag des Vereins ist. Wir können Regionalliga und wir wollen für alle Ewigkeit Regionalliga. Dan Brown (Autor von Illuminati) platzt vor Neid vor so viel Fantasie in Sachen Verschwörung.

Tatsache ist: Wir sind Tabellenführer. In diesem Jahr kann keine andere Mannschaft an den Löwen vorbeiziehen. Selbst, wenn wir das letzte Spiel im Jahr 2017 verlieren (Freitag, 19.00 Uhr gegen den SV Schalding-Heining), bleiben wir ganz oben. Panik ist also überhaupt nicht angebracht, im Gegenteil. Nüchtern betrachtet ist es durchaus verständlich, dass nach dem wahnsinnig erfolgreichen Start in die Regionalliga Bayern irgendwann einmal eine kleinere Durststrecke kommt. Und die Winterpause ist nun wirklich wichtig. Spieler und Trainer sind sicherlich ausgelaugt. Es wird Zeit, dass die Spieler zur Ruhe kommen. Dass man einige Niederlagen vollkommen gelassen noch einmal Revue passieren lässt und im Trainingslager neue Energie tankt. Nie war der mediale Druck für einige Spieler größer, bedenkt man, dass einige im letzten Jahr in der gleichen Liga gespielt, aber sich im Endeffekt maximal 500 Leute dafür interessiert haben. Man wird als Tabellenführer in die Winterpause gehen. In eine Pause, die allen guttun wird und die wichtig ist.

Sicher, unsere Spieler sind Profis. Sie müssen morgen nicht um 6.00 Uhr zur Arbeit wie vermutlich die meisten Rosenheimer Spieler. Aber man darf auch nicht vergessen, dass sie einen deutlich höheren Druck hatten. Dass sie auch mental mehr leisten müssen. Hinter dem gesamten Konstrukt der Löwen steht trotz tiefem Fall in die Regionalliga ein wahnsinniges Medien-Spektakel.

Weltuntergangsstimmung? Das verbreiten diejenigen, die nicht wollen, dass wir aufsteigen. Witzigerweise sind das genau diejenigen, die uns schnellstmöglich in der 2. Bundesliga wiedersehen wollen. Aber im Endeffekt wollen sie vor allem eines nicht: Dass man mit der aktuellen Vereinskonstellation aufsteigt. Sie wollen Recht behalten. Und das geht nur, wenn wir nicht aufsteigen. Wenn aus ihrer Sicht die Vereinsführung versagt. Dass sie mit ihrem Wunschdenken auch die junge Mannschaft und Daniel Bierofka die Hoffnung verwehren wollen, das erschreckt ungemein.

Ich freue mich vor allem auf Freitag. Wenn es wieder ins Grünwalder Stadion geht. Als Tabellenführer. Als Favorit. Wenn ich Weltuntergangsstimmung haben möchte, dann schaue ich mir 2012 von Roland Emmerich an. Nicht die Löwen.

Videozusammenfassung 1860 vs 1860

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